Lesender Mann. Foto: Pexels, Pixabay.

Literaturbüro Lüneburg: Lesungen im Mai 2022

Zwischen Montevideo, Taiwan und Demmin, Deutschland und Armenien pendeln die Lesungen des Literaturbüros Lüneburg im Mai 2022 – zentrale Institution für Literaturförderung und -vermittlung in Lüneburg und der Region.


Mitteilung von: Literaturbüro Lüneburg
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Veranstaltungen im Literaturbüro Lüneburg im Mai 2022

Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei unseren Lesungen. Seit dem 3. April 2022 sind die Corona-Verordnungen für Veranstaltungen aufgehoben. Da der Inzidenzwert noch recht hoch ist, bestuhlen wir weiterhin mit Abstand und bitten Sie, bis zum Einnehmen des Platzes eine FFP2-Maske zu tragen. Eintrittskarten erhalten Sie telefonisch unter 04131-309 3687 oder per Mail an literaturbuero@stadt.lueneburg.de.

Ausgewählt: Lucy Fricke „Die Diplomatin“

Mittwoch, 11. Mai 2022, Glockenhaus, 19.30 Uhr – Moderation: Matthias Teiting, Lektor
Eintritt: 12€ / 8€ 

Fred ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Konsulin. Eine Frau, die eigentlich nichts aus der Ruhe bringt, überall und nirgends zu Hause. Dann jedoch, in Montevideo, scheitert sie erstmals in ihrer Karriere. Sie wird versetzt ins politisch aufgeheizte Istanbul, ihrer bisher größten Herausforderung.

Zwischen Justizpalast und Sommerresidenz, Geheimdienst und deutsch-türkischer Zusammenarbeit, zwischen Affäre und Einsamkeit stößt sie an die Grenzen von Freundschaft, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Idee. In ihrem fulminanten, so komischen wie bitteren neuen Roman erzählt Lucy Fricke von einer Diplomatin, die den Glauben an die Diplomatie verliert – und das, was in ihrem Beruf das Wichtigste ist: die Geduld.

Lucy Fricke wurde in Hamburg geboren und lebt in Berlin. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet, 2012 war sie Heinrich-Heine-Stipendiatin in Lüneburg, zuletzt Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Ihr Roman „Töchter“ erhielt 2018 den Bayerischen Buchpreis, wurde in acht Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt.

Heinrich-Heine-Stipendium: Stephan Thome liest aus „Pflaumenregen“

Dienstag, 17. Mai 2022, Heinrich-Heine-Haus, 19.30 Uhr – Moderation: Bernhard Robben
Eintritt: 10€ / 7€

Stephan Thome, 1972 in Hessen geboren, studierte Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2009 erschien sein Roman „Grenzgang“ und gewann den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres, das Buch stand – wie auch sein zweiter Roman „Fliehkräfte“ – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde die Verfilmung von „Grenzgang“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Stephan Thome lebt als freier Schriftsteller in Taipeh. Der aktuelle Roman „Pflaumenregen“ ist eine Liebeserklärung an Thomes Wahlheimat Taiwan und wirft gleichzeitig Fragen auf, die unsere zerrissene Gegenwart betreffen: Taiwan in den 1940er Jahren, am Ende der japanischen Kolonialzeit.

Während der Pazifische Krieg unaufhaltsam näher rückt, wächst die achtjährige Umeko behütet in einer Kleinstadt im Norden der Insel auf. Sie ist stolz auf ihr gutes Japanisch und himmelt ihren älteren Bruder an, der der Star des örtlichen Baseballteams ist. Als die Armee jedoch am Ortsrand ein Lager für ausländische Kriegsgefangene einrichtet, gerät ihr Leben in einen Strudel aus Schuld und Verbrechen, der die Familie siebzig Jahre später immer noch gefangen hält.

Ausgewählt: Starke Debüts – Verena Keßler und Laura Cwiertnia lesen

Dienstag, 24. Mai 2022, Heine-Haus, 19.30 Uhr – Moderation: Martina Sulner
Eintritt: 12€ / 8€

„Die Gespenster von Demmin“ von Verena Keßler erschien 2020, darin erzählt sie vor dem Hintergrund einer historischen Begebenheit – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt – von der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen.

Das Debüt von Laura Cwiertnia „Auf der Straße heißen wir anders“ ist in diesem Frühjahr erschienen. Es ist eine literarische Auseinandersetzung mit ihrer armenischen Familiengeschichte und zeigt, wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt.

„Die Gespenster von Demmin“: Larry lebt in einer Stadt mit besonderer Geschichte – Ende des Zweiten Weltkriegs fand in Demmin der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Für Larry ist ihre Heimatstadt aber vor allem eins: langweilig. Sie will so schnell wie möglich raus in die Welt und Kriegsreporterin werden. Während Larry mit den Unzumutbarkeiten des Erwachsenwerdens kämpft, steht einer alten Frau der Umzug ins Seniorenheim bevor. Beim Aussortieren ihres Hausstands erinnert sie sich an das Kriegsende in Demmin und trifft eine folgenschwere Entscheidung.
Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe und von der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen. Verena Keßler, geboren 1988 in Hamburg, lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte.

„Auf der Straße heißen wir anders“: In Karlas Familie wissen alle, wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören. Karla erlebt es als Kind in Bremen-Nord. Ihr Vater Avi in einer Klosterschule in Jerusalem. Die Großmutter Maryam als Gastarbeiterin in Deutschland. Die Urgroßmutter Armine auf den Straßen von Istanbul.
Einfühlsam und mit feinem Humor fächert Laura Cwiertnia die verzweigten Pfade einer armenischen Familie auf, deren Erfahrungen so tiefgreifend sind, dass sie noch Generationen später nachhallen. Eindrücklich und bewegend erzählt sie davon, wie es sich anfühlt, am Rand einer Gesellschaft zu stehen. Und davon, wie es ist, keine Geschichte zu haben, die man mit anderen teilen kann.
Laura Cwiertnia, 1987 als Tochter eines armenischen Vaters und einer deutschen Mutter in Bremen geboren, ist stellvertretende Ressortleiterin bei der ZEIT.

Aufbrüche – junge Literatur 2022: Hildesheimer Studentinnen lesen – Juli Haase und Michèle Yves Pauty

Mittwoch, 1. Juni 2022, Salon Hansen, 20.00 Uhr – Moderation: Thomas Klupp
10€ / 6€ 

Im Masterstudiengang Literarisches Schreiben und Lektorieren steht über vier Semester die Arbeit an einem eigenen erzählerischen, lyrischen, szenischen, essayistischen oder kulturjournalistischen Projekt im Mittelpunkt. Zwei Studentinnen stellen ihre Projekte vor:

Juli Haase, 1996 in Hamburg geboren, studierte Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg und konzipierte 2021 die erste „aufbrüche“-Reihe. Seit Herbst 2021 studiert sie am Literaturinstitut Hildesheim im Master Literarisches Schreiben und Lektorieren. „grenzgehend“ ist ihr erstes Romanprojekt.

Michèle Yves Pauty, 1982 in Innsbruck geboren, studierte Fotografie an der Graphischen Lehranstalt Wien, Deutsche Philologie in Berlin und Wien und seit 2020 Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2021 wurde sie mit einem Hilde-Zach-Literaturstipendium ausgezeichnet. Ihre fotografischen Arbeiten waren u.a. auf der PhotoIreland Dublin und Eyes On – Monat der Fotografie Wien zu sehen.

Thomas Klupp, geboren 1977 in Erlangen, ist seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim. Zuletzt erschien 2018 sein Roman „Wie ich fälschte, log und Gutes tat“.

Weitere Informationen

Literaturbüro Lüneburg e.V.
Am Ochsenmarkt 1a, 21335 Lüneburg
Tel.: 04131-3093687 // Fax: 04131-3093688
E-Mail: literaturbuero@stadt.lueneburg.de
Online: literaturbuero-lueneburg.de

Information: Heinrich-Heine-Haus

Mit der Eröffnung des restaurierten Heinrich-Heine-Hauses am 15. Januar 1993 nahm auch das Literaturbüro Lüneburg seine Tätigkeit auf. Heinrich Heines Besuche bei seinen Eltern, die von 1822 bis 1826 im zweiten Obergeschoss des Hauses wohnten, führten zur Namensgebung und dazu, hier einen Ort für Literatur und Literaturvermittlung zu schaffen.


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