Foto: Mobilitätswerk GmbH. Auf zwei Rädern unterwegs in Lüchow-Dannenberg. Das geplante Radwegenetz wurde kreisweit mit speziell ausgerüsteten Fahrrädern befahren. Dabei wurden Radwegeführung und Problemstellen aufgenommen.

Aus Lüchow-Dannenberg: Krisenvorsorge, Radverkehrs-Konzept und Mobilfunk-Messwoche

Am 22. Juni 2026 ist es soweit: Das geplante Radwegenetz für den Landkreis wird vorgestellt. Es enthält knapp 1400 Einzelmaßnahmen als Grundlage für die weitere Entwicklung. Über Hilfe und Selbsthilfe in Krisenzeiten informierte ein Bürgerforum in Dannenberg. Und vom 24. Juni bis 1. Juli 2026 heißt es „Check dein Netz“. Die bundesweite Messwoche soll zeigen, wo Verbesserungsbedarf besteht.


Mitteilung von: Landkreis Lüchow-Dannenberg – Am: 08./09.06.2026
Online: https://www.luechow-dannenberg.de/ – Foto: Mobilitätswerk GmbH.


I. Bürgerveranstaltung zum Radverkehrskonzept für Lüchow-Dannenberg am 22. Juni 2026

Foto: Mobilitätswerk GmbH. Auf zwei Rädern unterwegs in Lüchow-Dannenberg. Das geplante Radwegenetz wurde kreisweit mit speziell ausgerüsteten Fahrrädern befahren, um die Strecken zu erfassen. Dabei wurden Radwegeführung und Problemstellen aufgenommen. Auch mögliche Radverkehrsverbindungen an Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen und entlang von Wirtschaftswegen und Deichverteidigungswegen wurden dokumentiert.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg lädt am Montag, 22. Juni 2026, ab 18 Uhr ein in die Aula der BBS Lüchow, Amtsfreiheit 8. Bei der Info-Veranstaltung wird der aktuelle Stand des Radverkehrskonzepts für Lüchow-Dannenberg vorgestellt. Das Konzept befindet sich in der letzten Abstimmungsphase. Im Herbst wird es der Kreispolitik zur Entscheidung vorgelegt.

Das geplante Radverkehrsnetz und Maßnahmen werden vorgestellt

Radverkehrskoordinator Tilmann Seifert wird zusammen mit dem Planungsbüro Mobilitätswerk die zentralen Ergebnisse des Konzepts vorstellen. „Wir möchten zeigen, welche Herausforderungen im Radverkehr wir in den letzten 18 Monaten gemeinsam mit der Bevölkerung, den Gemeinden und Trägern öffentlicher Belange identifiziert haben und welche Lösungen erarbeitet wurden“, erklärt Seifert. „Das Radverkehrsnetz und die Maßnahmen stehen schon fest. Wir freuen uns jetzt auf die Diskussion mit den Menschen vor Ort, wenn es um die Auswahl der Leuchtturmprojekte und weitere Ideen geht.“

Fünf Projekte mit hohem Nutzen und guter Umsetzbarkeit

Fünf „Leuchtturmprojekte“ stehen zur Diskussion. „Es sind Projekte mit einem hohen Nutzen für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger, einer guten Chance auf Umsetzbarkeit und relativ überschaubaren Kosten“, sagt Seifert. Dazu zählen beispielsweise die Überarbeitung der Einfahrt nach Hitzacker über die L231 von Westen bis zum Ortskern und die Ortsdurchfahrt durch Dannenberg vom Prochaskaplatz bis zur Marschtorstraße.

Auch weitere Ideen für die Förderung des Radverkehrs sollen bei der Veranstaltung gesammelt werden. Im Mittelpunkt immer die Frage: Wie können noch mehr Menschen davon überzeugt werden, häufiger das Fahrrad zu nutzen?

Hintergrund: Radverkehrskonzept Lüchow-Dannenberg

Das Radverkehrskonzept wird seit Anfang 2025 gemeinsam mit dem Planungsbüro Mobilitätswerk GmbH aus Dresden erarbeitet. Eine kreisweite Bestandsaufnahme des aktuellen Radwegenetzes gab zunächst Aufschluss über Problemstellen, gefährliche Verkehrsführungen und Lücken. Anschließend wurden ein Zielnetz und entsprechende Maßnahmen entwickelt. Dass Konzept soll die Grundlage für die kommenden Jahre der Radverkehrsentwicklung in Lüchow-Dannenberg bilden.

Vorgesehen sind bis jetzt knapp 1.400 Einzelmaßnahmen: Von einer einfachen Beschilderung oder der Überprüfung eines gemeinsamem Geh- und Radweges bis hin zu mehreren Kilometern begleitendem Radweg entlang von Bundes,- Landes-oder Kreisstraßen und die Sanierung einer Gemeindestraße. Die Maßnahmen wurde nach den tatsächlichen Bedarfen des Radverkehrs sowie nach Dringlichkeit priorisiert.


II. Vorsorgen für Krisen: Landkreis setzt auf Eigenverantwortung und Zusammenhalt

Großes Bürgerforum am 30. Mai 2026 in Dannenberg informierte über Selbstschutz, kritische Infrastruktur und die Rolle des Landkreises in Krisenzeiten

Wie gut ist der Landkreis auf Krisen vorbereitet? Und was kann jede Bürgerin und jeder Bürger selbst tun? Mit diesen Fragen befasste sich das Bürgerforum „Krisenvorsorge und Selbstschutz“, zu dem der Landkreis Lüchow-Dannenberg am 30. Mai 2026 gemeinsam mit Partnern aus Feuerwehr, DRK, THW, Bundeswehr und Versorgungsunternehmen in Dannenberg eingeladen hatte. 

Landrätin Dagmar Schulz machte gleich zu Beginn deutlich, worum es geht: „Es ist eine Daueraufgabe, das Thema Krisenvorsorge in die Gesellschaft zu tragen.“ Ziel sei es, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu stärken und gemeinsam Vorsorge für unterschiedliche Krisenszenarien zu treffen.

Stromausfälle überbrücken für die Wasserversorgung

Vertreter von Avacon, Wasserverband Wendland-Höhbeck und Telekom erläuterten in einer Expertenrunde, wie kritische Infrastrukturen abgesichert werden. Carsten Riebock, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wendland-Höhbeck, verwies auf vorhandene Notfallkonzepte: „Für den Hochbehälter Wibbese, aus dem der größte Teil der Wasserversorgung im Verbandsbereich kommt, gibt es für den Notfall ein Notstromaggregat.“ Damit könne ein Stromausfall von mehreren Tagen überbrückt werden.

Notfallpläne der Telekom regelmäßig überprüft

Auch die Stromversorgung sei auf Ausfälle vorbereitet, erklärte Hans-Hermann Zetsche von der Avacon. Trafostationen und Umspannwerke seien redundant aufgebaut, Materiallager seien erweitert und Krisenstäbe vernetzt worden. Telekom-Vertreter Peter Richter berichtete von Erfahrungen aus dem Stromausfall in Berlin und der Flutkatastrophe im Ahrtal. Daraus habe man Lehren gezogen. Die Notfallpläne der Telekom würden regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt.

Vier Workshops zur Krisenvorsorge – Vorräte für bis zu zehn Tage bereithalten

In vier interaktiven Workshops gab es praktische Hinweise zur persönlichen Krisenvorsorge. Katastrophenschützer Sebastian Jessen zeigte, wieviel Wasser, Lebensmittel und Medikamente für Notfälle vorzuhalten sind. „Ob Stromausfall oder Extremwetterlage: Essen und Trinken für drei Tage auf Vorrat zu haben, ist eine gute Idee. Das Bundesamt für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz rät, Vorräte bis zu zehn Tage vorzuhalten.“

Vorsicht vor Falschinformationen

Wie wichtig verlässliche Informationen in Krisenzeiten sind, erläuterte Mara Weier von der Stabsstelle Digitalisierung in einem weiteren Workshop. „Gerade in Zeiten der Verunsicherung können Desinformations-Kampagnen sich schnell verbreiten“, warnte sie. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, werde gezielt mit stark emotionalisierten Botschaften gearbeitet. Informationen aus sozialen Medien oder Messenger-Diensten sollten immer kritisch geprüft werden, bevor man sie weiterverbreitet. Steffi Wilke vom DRK machte in ihrem Workshop zur Ersten Hilfe deutlich, dass Selbsthilfe im Ernstfall Leben retten kann. „Wenn kein Strom da ist und kein Notruf abgesetzt werden kann, sind wir darauf angewiesen, uns selbst helfen zu können.“

Bundeswehr: Niedersachsens als logistische Drehscheibe der NATO

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war der „Operationsplan Deutschland“. Oberst Matthias Bormann vom Landeskommando Niedersachsen erläuterte die Bedeutung Niedersachsens als logistische Drehscheibe der NATO. Im Verteidigungsfall müssten innerhalb kurzer Zeit Hunderttausende Soldatinnen und Soldaten durch Deutschland verlegt werden. „Jetzt braucht die Bundeswehr die Unterstützung aus den Landkreisen“, sagte er.

Da könne es beispielsweise um die Unterbringung und Verpflegung der Streitkräfte gehen, um Treibstoff oder auch um die Reparatur von Fahrzeugen. Die Bevölkerung sei deshalb aufgefordert, sich für drei bis zehn Tage selbst versorgen zu können. Denn der Landkreis sei in dieser Zeit mit anderen Aufgaben beschäftigt. „Wir haben keinen Krieg, aber wir haben auch keinen Frieden.“

Eigenverantwortung gefragt

Kreisbrandmeister Henning Peters appellierte an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger: „Jeder Bürger, jede Bürgerin muss für sich selbst Vorsorge leisten. Jeder kann und muss seinen persönlichen Beitrag leisten, um in einer Krise resilient zu werden.“ Zur Unterstützung werden aktuell gemeinsam mit Samtgemeinden und Gemeinden sogenannte „Leuchttürme“ geplant – Anlaufstellen für Information, Hilfe und Wärmeversorgung in Notlagen, erläuterte Landrätin Schulz. „Diese Konzepte stehen nicht nur auf dem Papier, wir werden sie auch praktisch üben.“


III. „Check dein Netz“: Zweite bundesweite Mobilfunk-Messwoche vom 24. Juni bis 1. Juli 2026

Wie gut ist unser Mobilfunknetz? In der zweiten bundesweiten Mobilfunk-Messwoche vom 24. Juni bis 1. Juli 2026 sind Bürgerinnen und Bürger wieder eingeladen, selbst aktiv zu werden nach dem Motto: „Check dein Netz“. Die Initiative von Bund, Ländern und Kommunen soll die Netzqualität aus Nutzerperspektive sichtbar machen und zeigen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Besonders in ländlichen Regionen oder in topografisch anspruchsvollen Gebieten ergeben sich aus den Messdaten wichtige Erkenntnisse.

Mitmachen gerade in ländlichen Regionen wichtig

„Gerade in einer ländlichen Region wie Lüchow-Dannenberg ist eine zuverlässige Mobilfunkversorgung entscheidend für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung“, sagt Landrätin Dagmar Schulz. „Die gesammelten Daten können wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wo Handlungsbedarf besteht.“ Denn je mehr Menschen mitmachen, desto genauer wird das Bild der Mobilfunkversorgung in Deutschland. 

Mitmachen mit der kostenfreien App „Mobilfunk-Check“ der Bundesnetzagentur

Mitmachen ist einfach: Während der Mobilfunk-Messwoche können Interessierte mit ihrem Smartphone und der kostenfreien App der Bundesnetzagentur „Mobilfunk-Check“ ihr Netz checken. Die dabei gesammelten, anonymisierten Daten fließen in das Gigabitgrundbuch ein und zeigen, wie das Mobilfunknetz von den Nutzerinnen und Nutzern im Alltag erlebt wird.

Die Mobilfunk-Messwoche setzt damit ein wichtiges Vorhaben der Bundesregierung um: Die Netzqualität soll künftig stärker nach dem Erleben der Nutzerinnen und Nutzer bewertet werden. Genau dafür kann jede und jeder seinen Beitrag leisten.

Foto: D. Drazewski, Landkreis Lüchow-Dannenberg. Neue Fahrradstraße zwischen Wustrow und Lüchow.

Foto: D. Drazewski, Landkreis Lüchow-Dannenberg. Neue Fahrradstraße zwischen Wustrow und Lüchow.

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