Lüneburger Bündnis gegen Gewalt an Frauen: Demonstration am 25.11.2022. Grafik: Nicola Busch.

Lüneburg: Nein zu Gewalt gegen Frauen! – „Orange Days“ am 25. November 2022

Der Orange Day am 25. November 2022 setzt weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. In Lüneburg findet nachmittags eine Demonstration statt mit vielen Beteiligten und einem Redebeitrag von Claudia Kalisch. Wer dabei sein will, ist herzlich willkommen – gern mit orangefarbener Kleidung oder Warnweste!


Mitteilung von: Lüneburger Bündnis gegen Gewalt an Frauen
Am: 04.11.2022
Online: mehr
Grafik: Lüneburger Bündnis gegen Gewalt an Frauen, Nicola Busch (angepasst).


„Orange Days“ – Nein zu Gewalt gegen Frauen: Demonstration am 25. November 2022 in Lüneburg

Freitag, 25. November 2022, 15:30 Uhr – Auf dem Michaeliskloster 4 (Landkreis Lüneburg)

Am 25. November wird jedes Jahr weltweit der „Orange Day“ begangen, mit dem international ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden soll. Er ist Teil der UNiTE-Kampagne des UN-Generalsekretärs.

Auch 2022 findet in Lüneburg eine Demonstration statt. Beginn ist um 15:30 Uhr beim Landkreis Lüneburg, Auf dem Michaeliskloster 4. Der Demonstrationszug endet um 17:30 Uhr am Rathaus mit einem Redebeitrag von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.

Viele Beteiligte und offene Einladung

Beteiligt sind die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Lüneburg, der Kriminalpräventionsrat mit dem Runden Tisch gegen Gewalt in der Familie, der Lüneburger Club von Soroptimist International, die frauenpolitischen Initiative, der Kinderschutzbund, die VHS, der DGB sowie Pro Familia, die Leuphana Universität, das Frauenhaus und das Museum Lüneburg.

Wenn auch Sie Ihre Unterstützung für weibliche Gewaltopfer zeigen wollen, kommen Sie am Freitag, 25. November 2022, dazu und beteiligen sich an der Demonstration – gern auch in orangefarbener Kleidung und/oder mit orangen Warnwesten ausgestattet.

Bündnis gegen Gewalt an Frauen Lüneburg: Vielfältige Aktivitäten

Wir “müssen Schutz- und Präventionsrahmen stärken, indem Übergriffe angezeigt, geahndet bzw. verhindert und Frauen ermutigt werden, sich an die Polizei und die Beratungsstellen zu wenden“, betont das Bündnis gegen Gewalt an Frauen Lüneburg.

Diverse Aktionen der beteiligten Gruppen sorgen bei den Orange Days für Aufmerksamkeit. So wird das Rathaus orange angestrahlt und die Omas gegen Rechts rufen zu einer solidarischen Aktion mit den Frauen im Iran auf.

Im SCALA-Programmkino wird am Sonntag, 27. November 2022, in Kooperation mit der Frauenpolitischen Initiative der Film „Hive“ gezeigt. Er erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung. Denn trotz großer Widerstände und patriarchaler Strukturen bringt die Hauptdarstellerin wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat. Die Filmmatinee beginnt um 11:30 Uhr.

Information: Partnerschaftsgewalt 2021 in der Region in Lüneburg

  • Im Raum Lüneburg haben sich an die nach Gewaltschutzgesetz zuständige Beratungs- und Interventionsstelle BISS im Jahr 2021 342 Frauen gewandt, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren.
  • Die 12 zu vergebenden Plätze im hiesigen Frauenhaus waren im gleichen Zeitraum mit 51 Frauen und 49 Kindern belegt. Die Verweildauer war dabei im Vergleich zu den Vorjahren steigend. Dementsprechend mussten viele Schutzsuchende abgewiesen werden: 136 Frauen und 148 Kinder in 2021. Die Kapazitäten hier vor Ort sind zu klein und ein neues Frauenschutzzentrum ist dringend notwendig.
  • Nicht zu vergessen: Die ebenfalls in 2021 begangenen Femizide, bei denen zwei Frauen in Lüneburg von ihrem Partner oder Expartner ermordet wurden.
UN Women Deutschland e.V. - Postkarte Orange Days.

UN Women Deutschland e.V. – Postkarte Orange Days.

Hintergrund: Gewalt gegen Frauen

Frauen und Mädchen sind die häufigsten Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner physische und/oder sexualisierte Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos. In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von häuslicher Gewalt.

Durchschnittlich alle 45 Minuten wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner angegriffen oder verletzt. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 81 Prozent Frauen. Betroffen sind Frauen aus allen sozialen Schichten und in jedem Alter, wobei die Dunkelziffer von Gewalt in Paarbeziehungen erheblich ist: Experten gehen von einer Dunkelziffer von rund 75 bis 80 Prozent aus. Zusammen mit den angezeigten Straftaten bedeutet dies über eine halbe Million Fälle von häuslicher Beziehungsgewalt jährlich.

Europarat: Nicht genug Schutz für Frauen in Deutschland

Im Oktober 2022 wies der Europarat darauf hin, dass Frauen und Mädchen in Deutschland sehr unzureichend vor geschlechtsspezifischer Gewalt geschützt sind. In ihrem ersten Bericht über Deutschland begrüßte die Expertengruppe zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Grevio) zwar einige Entwicklungen im Strafrecht, stellte aber gleichzeitig fest, dass es noch viel zu tun gebe.

Ein großes Problem wird in der ungleichen Verteilung von Frauenhäusern und Beratungsstellen gesehen. Der Europarat fordert zum einen, für alle Opfer häuslicher Gewalt Zugang zu kostenlosen Unterkünften sicherzustellen, und zum anderen, mehr Schulungen für Menschen anzubieten, die mit Tätern und Opfern zu tun haben, damit diese auch als solche erkannt werden können.

Aktion Orange the World

Die Vereinten Nationen wollen mit der Aktion „Orange the World“ auf die fortgesetzte Gewaltanwendung gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Orange repräsentiert als leuchtende und optimistische Farbe eine Zukunft frei von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Die Kampagne soll die Gesellschaft und die Verantwortungsträger:innen aufrütteln und dazu bewegen, aktiv gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. Die sogenannten „Orange Days“ beginnen jedes Jahr am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, und finden ihren Abschluss am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.


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