Foto: VGH/Jessica Keune. Ronny Heinrich, Kfz-Sachverständiger der VGH, entgeht kein Hagelschaden. Versicherte Fahrzeuge werden in extra eingerichteten Hagelstraßen der VGH - hier an der Podbielskistraße in Hannover - über Sammelbesichtigungen zügig und professionell begutachtet.

Tausende Schadensmeldungen nach Unwetternacht am 13. Juli 2026 – Welche Gefahren bedrohen das eigene Heim?

Nach den schweren Unwettern in der Nacht des 13. Juli 2026 in Niedersachsen rechnet allein der Versicherer VGH mit rund 12.000 Schäden in Höhe von 45 Millionen Euro. Doch nur etwa jedes zweite Privathaus ist gegen Naturgefahren versichert, so die Verbraucherzentrale. Eine interaktiven Karte hilft, die Gefahren für das eigene Heim abzuschätzen.


Mitteilung von: VGH Versicherungen – Am: 30.07.2026
Online: https://www.vgh.de/de – Foto: VGH/Jessica Keune.


Unwetter am 13. Juli 2026: Versicherung bearbeitet Tausende Folgeschäden 

Schäden durch Hagel, Starkregen und Sturm – 12.000 Schäden mit Entschädigungsaufwand von 45 Millionen Euro erwartet

Foto: VGH/Jessica Keune. Ronny Heinrich, Kfz-Sachverständiger der VGH, entgeht kein Hagelschaden. Versicherte Fahrzeuge werden in extra eingerichteten Hagelstraßen der VGH – hier an der Podbielskistraße in Hannover – über Sammelbesichtigungen zügig und professionell begutachtet.

Schwere Unwetter verursachten in der Nacht des 13. Juli 2026 in Niedersachsen zahlreiche Hagel-, Sturm- und Starkregenschäden. Bis zum 27. Juli meldeten geschädigte Hausbesitzer, Mieter, Kfz-Halter und Landwirte den VGH Versicherungen, dem größten öffentlichen Versicherer in Niedersachsen, eine Vielzahl von Schäden an Gebäude und Hausrat, an Fahrzeugen, darunter auch 30 Autohäuser, und Ernteschäden in der Landwirtschaft durch Hagel.

Der gesamte Schadenaufwand durch die Unwetter verteilt sich relativ gleichmäßig auf die Ursachen Hagel (37 Prozent), Starkregen (29 Prozent) und Sturm (32 Prozent). Auf Grundlage von Hochrechnungen und Erfahrungswerten erwartet die VGH durch die Wetterextreme vom 13. Juli rund 12.000 Schäden mit einem Entschädigungsaufwand von 45 Millionen Euro.

Besonders betroffen: Gebiete im Landkreis Harburg, in der Region Hannover, bei Bremen, Hildesheim und Soltau

Am stärksten betroffen von den Gewittern mit Hagel und Starkregen waren die Gemeinden Wistedt/Tostedt und Heidenau im Landkreis Harburg, die Region Hannover (insbesondere Bothfeld-Vahrenheide, Langenhagen, Laatzen und die Oststadt/List) und die Gebiete Oyten (östlich von Bremen), Harsum (nördlich von Hildesheim) und Soltau.

Inzwischen läuft die Bearbeitung von Versicherungsfällen betroffener Kundinnen und Kunden auf Hochtouren. So wurden in betroffenen Gebieten „Hagelstraßen“ für Kfz-Sammelbesichtigungen eingerichtet. Im Bereich der Landwirtschaft fanden auf vielen Feldern Bestandsaufnahmen durch Drohnen statt. 

Verbraucherzentrale: Naturgefahren für das Wohnhaus lückenlos versichern

Unwetter und Naturkatastrophen kommen durch den Klimawandel immer häufiger vor. Herkömmliche Gebäudeversicherungen decken Unwetterschäden durch Sturm, Hagel und Blitzschlag ab. Weitere Naturgefahren wie Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau, Hochwasser, aber auch Erdrutsche, Erdsenkung, Lawinen, Erdbeben und Vulkanausbrüche müssen durch eine  Elementarschaden-Versicherung eingeschlossen werden. Doch in Deutschland sind nur rund 57 Prozent aller Privathäuser gegen Schäden durch Naturgefahren versichert. 

  • Verbraucherzentrale: Versicherungsschutz gegen Elementarschäden – 31.07.2026
    Um sich gegen Schäden aus Überschwemmungen, Rückstau oder auch Schneedruck abzusichern, brauchen Sie eine Elementarschadenversicherung als Ergänzung zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung.

Gefahrenanalyse für das eigene Wohngebäude 

„Die VGH sieht dringenden Handlungsbedarf durch zunehmende Extremwetterlagen, die durch den Klimawandel getrieben werden“, sagt VGH-Vorständin Annika Rust. Die VGH hat daher gemeinsam mit den öffentlichen Versicherern und dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung e.V. (IFS) eine Informations-Plattform gestartet. Auf der öffentlich zugänglichen Internetseite kann man sich adressgenau informieren über die Naturgefahren am Standort einer Immobilie. Zusätzlich zur Einschätzung des Risikos gibt es Hinweise für Gegenmaßnahmen.

  • Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS): Elementa – Zentrum Naturgefahren
    Information und Prävention für Ihr Wohnhaus zum Schutz vor Naturgefahren: Direkt auf der Startseite kann die eigene Wohnadresse eingegeben und eine Risikoeinschätzung abgerufen werden.
  • tagesschau.de: Hitze, Dürre, Brände – Rufe nach Reaktion der Bundesregierung – 04.08.2026
    Die Waldbrände in Südeuropa dominieren die Schlagzeilen. Doch auch in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels durch Niedrigwasser und Waldbrände spürbar. Die Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung wird wieder lauter.

Mehr bei Lüne-Blog

  • Starkregen: Gefahrenkarte für Lüneburg und Maßnahmen-Checkliste – 30.11.2024
    Jede und jeder, jederzeit und an jedem Ort könnte von Starkregen betroffen werden, erklärt Tobias Drückler vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Und: Die Vorwarnzeit ist häufig nicht ausreichend. Eine niedersachsenweite Starkregenkarte hilft jetzt beim Abschätzen der Gefahren, eine Checkliste beim Vorbeugen.

Hintergrund: VGH Versicherungen

Die VGH Versicherungen sind ein Zusammenschluss der Landschaftlichen Brandkasse Hannover, der Provinzial Lebensversicherung Hannover, der Provinzial Krankenversicherung Hannover AG und der Provinzial Pensionskasse Hannover AG. Sie bilden eine öffentlich-rechtlich organisierte Versicherungsgruppe und sind der größte Regionalversicherer Niedersachsens.

Bahnunterführung bei Starkregen. Foto: Hansestadt Lüneburg.

Bahnunterführung Bleckeder Landstraße bei Starkregen. Foto: Hansestadt Lüneburg.

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