SPD im Rat: Resolution zu H.B. Fuller – Unterstützung für „Regionale Wirtschaftsstrategie“
Kürzlich veröffentlichte die IHK Lüneburg-Wolfsburg eine „Regionale Wirtschaftsstrategie Lüneburg“. In ihrem Antrag in der Ratsversammlung am 1. Juli 2026 fordert die SPD-Fraktion Rat und Hansestadt auf, die dort formulierten Ziele zu prüfen und zu unterstützen. Eine Resolution zur geplanten Schließung des Standorts von H.B. Fuller appelliert an die Unternehmensleitung für eine faire Abwicklung.
Mitteilung von: SPD-Stadtratsfraktion Lüneburg – Am: 30.06.2026
Online: https://spd-ortsverein-lueneburg.de/ – Foto: Lüne-Blog
I. SPD: Engagement für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Lüneburg gefordert
Foto: Lüne-Blog. Firmengebäude Jungheinrich, Wilhelm-Fressel-Str. 7 in Lüneburg Neu Hagen, im Schnee. Die Produktion wird hier zum 31. März 2027 eingestellt. Nach 85 Tagen Streik gelangten IG Metall, Betriebsrat und Jungheinrich AG im Februar 2026 gemeinsam zu einer Einigung.
Durch die Schließung der Werke von Jungheinrich, Yanfeng und nun H.B. Fuller ist der Industriestandort Lüneburg unter Druck. „Die Kommunalpolitik muss hier Farbe bekennen und aktiv werden”, fordert die SPD Lüneburg und ergreift in der Ratssitzung am 1. Juli 2026 mit zwei Vorhaben die Initiative.
Resolution zur Schließung von H.B. Fuller
Anfang Mai gab der US-Klebstoffhersteller H.B. Fuller bekannt, dass er sein Werk in Lüneburg binnen eines Jahres schließen möchte. In der Resolution der SPD-Fraktion werden Leistungen der Mitarbeitenden am Standort gewürdigt, Appelle an die Unternehmensleitung von H.B. Fuller gestellt und bessere Rahmenbedingungen von Bundes- und Landespolitik gefordert.
Antrag zur Prüfung der „Regionale Wirtschaftsstrategie“
Darüber hinaus muss der Industriestandort Lüneburg langfristig gesichert und gestärkt werden. Maßnahme hierzu haben IHK, Gewerkschaften, HWK sowie Arbeitgeber-Verbände in einer regionalen Wirtschaftsstrategie für den Raum Lüneburg vorgestellt. Der SPD-Antrag begrüßt die Initiative und fordert die Verwaltung auf, die Handlungsempfehlungen auf ihre Umsetzbarkeit, Förderfähigkeit sowie Anschlussfähigkeit zu prüfen.
Stärkeres Engagement der Stadt gefordert
„Der Verlust von Industriearbeitsplätzen darf nicht zur Normalität werden“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Dißelmeyer. „Solidarisch mit den Mitarbeitenden müssen wir auch in der Kommunalpolitik um jeden Industriearbeitsplatz kämpfen. Aus dem Rathaus muss mehr kommen als nur Beileidsbekundungen der Oberbürgermeisterin.“
Andrea Schröder-Ehlers, Ratsmitglied für die SPD und OB-Kandidatin, ergänzt: „Eine familienfreundliche Stadt braucht eine starke Wirtschaft. Die Vorschläge von u.a. IHK und DGB in der regionalen Wirtschaftsstrategie sollten deswegen begrüßt und intensiv bearbeitet werden.“
- SPD-Ortsverein Lüneburg: SPD-Stadtratsfraktion
- Lüne-Blog: Ratssitzung am 1. Juli 2026 – mit Live-Stream
IHK Lüneburg: Regionale Wirtschaftsstrategie erarbeitet
Mitteilung von: IHK Lüneburg-Wolfsburg – Am: Juni 2026 – Online: https://www.ihk.de/
Mit der „Regionalen Wirtschaftsstrategie Lüneburg“ legt die IHK Lüneburg-Wolfsburg gemeinsam mit IG Metall Celle-Lüneburg, IGBCE Bezirk Hamburg-Harburg, NGG-Region Lüneburg, DGB Niedersachsen-Mitte, Verdi-Bezirk Hannover-Heide-Weser, Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. Vorschläge vor, wie Landkreis, Hansestadt und Gemeinden den Standort für die Zukunft stärken, Investitionen fördern und gute Beschäftigung sichern sollten.
Das Konzept enthält zehn Forderungen und Vorschläge. Dazu gehört die Forderung nach ausreichend Gewerbeflächen, dem Aus- und Neubau von Infrastruktur, guten Rahmenbedingungen für gute Arbeit, bezahlbarem Wohnraum und attraktive Lebensbedingungen.
Forderungen und nächste Schritte
Als nächste Schritte werden gefordert:
- Der Beschluss von Leitlinien „Pro Industrie & Handwerk“ in Rat und Kreistag.
- Die Einrichtung einer Wirtschaftskonferenz Lüneburg mit IHK, HWK, AGV, IG Metall, DGB, NGG, IG BCE, Stadt, Landkreis, Stadtwerke), die halbjährlich tagt, mit öffentlichem Fortschrittsbericht.
- Die Einrichtung eines Wirtschaftsmonitors für den Standort Lüneburg als Online-Dashboard mit Angaben zu Flächen, Verfahren, Investitionen, Beschäftigung, ÖPNV-Schichten, Energie-KPIs.
- Ein Konzept für den Weg zur Smart City.
Außerdem sollen die Bedeutung von Tarifbindung und Sozialpartnerschaft in der Region betont werden und ein „Investitionshochlauf“ für Bildung und Infrastruktur stattfinden.
Die zehn Forderungen
- Politisches Bekenntnis zu Wirtschaft, Industrie und Handwerk: „Dazu gehört auch, die auftretenden Folgen von arbeitender Industrie, z.B. in Form von Emissionen (Luft, Lärm, Verkehr) mit einzukalkulieren. Denn die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze und bringt Wohlstand in die Region.“
- Wirtschaft braucht Gewerbeflächen: „Gerade in den Landkreisen südlich von Hamburg, also auch in Lüneburg, mangelt es spürbar an Gewerbeflächen. […] Ein interkommunaler Flächenpool mit Priorität auf ‚Erweiterungen im Bestand‘ kann dabei unterstützen. […] Darüber hinaus bedarf es einer zukunftsfähig aufgestellten und finanzierten Wirtschaftsförderungsgesellschaft“.
- Investitionen in Infrastruktur: „Politische Unterstützung in der Region für den Aus- und Neubau von Infrastruktur auf der Straße, der Schiene und der Wasserstraße sowie eigenständige Initiativen der Kommunen für regionale Straßen- und Schienenprojekte. Gleichzeitig braucht es einen attraktiven ÖPNV“.
- Energieangebot ausweiten: „Der Landkreis Lüneburg wird niedersachsenweit überdurchschnittlich viele Flächen für Windenergie zur Verfügung stellen. Diese lokal erzeugte Energie sollte in Wertschöpfung vor Ort überführt werden.“
- Finanzierung der Kommunen: „Die Kommunalfinanzen sind durch das nicht konsequent angewendete ‚Konnexitätsprinzip’ aus den Fugen geraten und bedürfen einer Neuaufstellung durch Bund und Land.“
- Digitalisierung der Verwaltung / Verwaltungshandeln: „Lüneburg sollte den Weg zu einer Smart City konsequent einschlagen. […] Vor der Änderung von kommunalen Satzungen (Parkplatz-, Werbe-, Lärm-, Stellplatzsatzung) sollte es eine Beteiligung Betroffener geben.“
- Gute und Nachhaltige Arbeit: Ein attraktiver Arbeitsmarkt braucht attraktive Bedingungen. Hierzu gehören gute Entgelte und Tarifverträge, aber auch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. […] Gut ausgebildete Menschen benötigen die entsprechende Infrastruktur wie Kitas, Schulen und ein allgemein lebenswertes Umfeld.“
- Arbeitsmarktintegration: „ Unabdingbar ist daher die Integration und Qualifikation von Menschen, die zu uns gekommen sind, in den Arbeitsmarkt. Dazu wäre ein kommunales Welcome-/Integration Center (Anerkennung- und Integrationsberatung für Unternehmen und (potentiell) Beschäftigte, Sprachkurse,) ein geeignetes Instrument.“
- Wohnraum: „Gemäß IHKLW-Standortumfrage 2025 sehen die befragten Unternehmen die Verfügbarkeit von attraktivem und bezahlbarem Wohnraum in den TOP 5 der wichtigsten Handlungsfelder.“
- Gute Ausstattung der allgemein- und berufsbildenden Schulen: „digitale Angebote, eine hochwertige und qualitative Ausstattung in den Ausbildungsstätten und Schulen und eine regelmäßige Weiterqualifizierung der Lehrkräfte.“
Mehr Information
- IHK Lüneburg-Wolfsburg: Regionale Wirtschaftsstrategie
- IHK Lüneburg-Wolfsburg: Regionale Wirtschaftsstrategie (PDF-Datei) – 06/2026
Mehr bei Lüne-Blog
- H.B. Fuller schließt Standort Lüneburg – OB Kalisch: Faire Lösungen für Mitarbeitende finden – 08.05.2026
Der Klebstoffhersteller H.B. Fuller will den Standort Lüneburg schließen. Nach Pressemeldungen sollen bis zu 80 Arbeitskräfte betroffen sein. „Ein schwerer Schlag“, so Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Die Stadt habe wenig Einflussmöglichkeiten auf solche Entscheidungen der Konzerne. Umso wichtiger sei es, den heimischen Mittelstand zu stärken als Rückgrat der Wirtschaft vor Ort. - Neue Wirtschaftsfläche in Lüneburg: Spatenstich für Gewerbegebiet Bilmer Berg II – 08.06.2026
Im November 2025 war der erste Spatenstich, im Herbst 2026 können die ersten Unternehmen bereits mit ihren Bauvorhaben beginnen. Beim „Bergfest“ herrschte große Zufriedenheit: Bei Hansestadt, der Wirtschaftsförderung Lüneburg und der IHK sieht man den kommenden Ansiedlungen mit Freude entgegen. Für etwa ein Viertel des Geländes gibt es schon Reservierungen, wie die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH mitteilt. Das Unternehmen ist von der Hansestadt mit der Entwicklung beauftragt.

Foto: WLH Wirtschaftsförderung. Luftbild mit Blick auf den ersten Bauabschnitt der Gewerbegebietserweiterung „Bilmer Berg II“.
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