Leuphana Universität: Studierende kritisieren Beschränkung der Meinungsfreiheit
Auf der Karrieremesse der Leuphana GmbH am 2. Juni 2026 war auch die Bundeswehr mit einem Stand vertreten. Der friedliche Protest von Studierenden gegen die zunehmende Präsenz militärischer Akteure an der Universität fand ein abruptes Ende: Verdeckt anwesende zivile Kräfte des Staatsschutzes griffen ein. Der AStA kritisiert das Vorgehen der Universität als unverhältnismäßige Einschüchterung bei einer legitimen, friedlichen Kundgebung.
Mitteilung von: AStA der Universität Lüneburg – Am: 18.06.2026
Online: https://www.asta-lueneburg.de/ – Foto: Lüne-Blog.
Gesamte Studierendenschaft kritisiert Beschränkung der Meinungsfreiheit an der Leuphana Universität
Foto: Lüne-Blog. Leuphana Universität Lüneburg, Eingangsbereich
Am 2. Juni 2026 war die Bundeswehr mit einem Stand auf der Karrieremesse „FOR YOUR CAREER“ der Leuphana GmbH präsent. Zu diesem Anlass protestierten Studierende friedlich mit Megafon, Flyern und Banner gegen die Präsenz der Bundeswehr auf dem Campus. Der Protest galt der zunehmenden Präsenz militärischer Akteure an der Leuphana Universität.
Ungeachtet der Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit der Studierenden unterbrach die Veranstaltungsleitung binnen weniger Sekunden die Kundgebung. Während die Studierenden bereits ohne Widerstand die Veranstaltung verließen, schalteten sich zivile Beamt*innen ein und gaben sich als Staatsschutz zu erkennen. Sie nahmen die Personalien von drei Studierenden auf. Von Seiten der Leuphana Universität wurde für die drei Studierenden ein Hausverbot über 24 Stunden ausgesprochen und mit Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht.
AStA: Kritik an der Anwesenheit von Zivilkräften des Staatsschutzes
Der Allgemeine Student*innenausschuss (AStA) der Universität Lüneburg kritisiert die verdeckte Anwesenheit von Polizist*innen in Zivil bei der Veranstaltung: „Der Campus muss ein Ort der freien und kritischen Meinungsäußerung sein, gerade dann, wenn sie unbequem ist. Er darf kein Ort präventiver polizeilicher Überwachung und gezielter Repression gegen Studierende sein“, so AStA-Sprecher Philipp Näser. „Hausverbot und eine Strafandrohung gegen friedlich demonstrierende Studierende sind eindeutig unverhältnismäßig und schaffen am Campus ein Klima der Unsicherheit und Überwachung.“
Universität muss Raum bieten für demokratischen Diskurs und gelebte Debatte
Der AStA versteht den universitären Raum als einen Ort, den Studierende aktiv nutzen und gestalten. Die demokratische Meinungskundgebung richtete sich gegen die Nutzung des Campus für militärische Zwecke.
„Eine Universität, die mit Nachhaltigkeit, Resilienz und gesellschaftlicher Transformation wirbt, muss sich daran messen lassen, wie sie mit kritischen Studierenden umgeht. Das Ereignis zeigt deutlich, dass ein solches Verhalten der Leuphana Universität ihren Charakter als sicheren Raum für demokratischen Diskurs und gelebte Debatte im Sinne der freien Meinungsäußerung verloren gehen lässt“, erklärt Zoë Rauch, Sprecherin des AStA.
Schutz von Meinungs- und Versammlungsfreiheit und Rücknahme der angedrohten Maßnahmen gefordert
Im Namen des AStA sowie aller Listen des 21. Student*innenparlaments der Universität Lüneburg steht die gesamte Studierendenschaft geschlossen hinter den Protestierenden und kritisiert das Vorgehen der Universität als unverhältnismäßige Einschüchterung der eigenen Studierenden.
Die gesamte Studierendenschaft fordert die Universitätsleitung auf, sich klar gegen Einschüchterung der eigenen Studierenden zu positionieren, den Vorfall transparent aufzuarbeiten und sich aktiv für den Schutz der Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit auf dem Campus einzusetzen. Gefordert wird auch die Rücknahme aller angedrohten Maßnahmen.
Mehr Information und Kontakt
- AStA Universität Lüneburg: https://www.asta-lueneburg.de/
- Instagram: https://www.instagram.com/astaunilueneburg/
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In Lüneburg gibt es rund 10.000 Studierende. Viele legen ihre Alltagswege hauptsächlich mit dem Fahrrad zurück – zur Uni, zum Einkaufen oder zum Sport. Von daher ist es den Studierenden ein wichtiges Anliegen, dass Radwege besser und sicherer werden. Der AStA der Universität fordert daher die CDU auf, den Antrag für den Austritt aus dem Radentscheid Lüneburg zurückzuziehen. „Wir fordern stattdessen, die Maßnahmen des Lüneburger Radentscheids endlich Stück für Stück umzusetzen!“

Leuphana Universität, Zentralgebäude. Foto: Christine Böhm.
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Lünepedia: Leuphana Universität Lüneburg
Die Leuphana Universität Lüneburg ist eine staatliche Universität in Trägerschaft einer Stiftung öffentlichen Rechts in Lüneburg. Ihre Schwerpunkte in der Forschung liegen in den Bereichen Bildung, Kultur, Nachhaltigkeit sowie Management und Entrepreneurship. In der Lehre hat sie ein für Deutschland ungewöhnliches, stark interdisziplinäres Studienmodell etabliert, mit einem College für das Bachelorstudium, einer Graduate School für die Verbindung von Master- und Promotionsstudium und einer Professional School für das Weiterbildungsstudium.
Die Universität Lüneburg wurde im Jahre 1946 ursprünglich als Pädagogische Hochschule Lüneburg gegründet und zählt mit rund 10.000 Studierenden und 1100 Beschäftigten zu den mittelgroßen Universitäten in Deutschland (Stand Wintersemester 2022/23).
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Leuphana_Universität_Lüneburg
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