Grafik: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2022.

Statistisches Landesamt Niedersachsen: Familien gesucht, die drei Tage Zeitverwendung erfassen

Wieviel Zeit wofür? Für eine bundesweite Untersuchung sucht das Statistische Landesamt in Niedersachsen Eltern oder Alleinerziehende, die drei Tage lang ihre Tätigkeiten festhalten, z.B. per App. Dafür gibt es eine Geldprämie.


Mitteilung von: Landesamt für Statistik Niedersachsen
Am: 1.04.2022
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Grafik: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2022.


Landesamt für Statistik Niedersachsen: Drei Tage lang Zeitverwendung vermerken – Familien gesucht

Unter dem Motto „Wo bleibt die Zeit?” suchen die Statistischen Landesämter zusammen mit dem Statistischen Bundesamt von Januar bis Dezember 2022 teilnehmende Haushalte für die Durchführung der Zeitverwendungserhebung (ZVE). Es geht darum, drei Tage lang die Zeitverwendung zu erfassen. Das ist auch per App möglich.

Zahlreiche Haushalte haben sich für die Erhebung angemeldet und haben bereits an drei Tagen ihre Aktivitäten in einem Tagebuch oder per App festgehalten. Gesucht werden noch Alleinerziehende sowie Familien von Selbstständigen und Arbeiter/-innen oder Arbeitslosen für die diesjährige Erhebung.

10.000 Haushalte gesucht – Familien oder Alleinerziehende mit Kindern

Insgesamt werden deutschlandweit 10.000 Haushalte benötigt, die sich an der freiwilligen Befragung beteiligen. Seit Jahresbeginn haben bundesweit bereits über 2.000 Haushalte mitgemacht. Im Moment werden in Niedersachsen vor allem Alleinerziehende und Paarhaushalte mit Kindern gesucht, deren Haupteinkommensperson

  • selbstständig beziehungsweise freiberuflich tätig ist oder
  • als Arbeiter/-in tätig ist, das heißt überwiegend körperliche/manuelle Tätigkeiten oder Kontroll- und Bedientätigkeiten an Maschinen ausführt oder
  • nicht erwerbstätig (z. B. arbeitslos) ist.

Anmeldung online möglich

Unter zve2022.de/teilnahme können sich Interessierte Haushalte direkt für die ZVE 2022 anmelden. Aus allen angemeldeten Haushalten wird für jedes Quartal nach einem Quotenplan eine Stichprobe gezogen.

Das bedeutet, dass für jedes Bundesland anhand der Bevölkerungsstruktur festgelegt ist, wie viele Paarhaushalte mit Kindern, wie viele Haushalte von Alleinerziehenden, wie viele Alleinlebende usw. für die Stichprobe benötigt werden. Dies dient dazu, auch über das Jahr verteilt die Bevölkerung realistisch abzubilden.

Geldprämie pro Haushalt und Haushaltsmitglied als Dankeschön

Den Teilnehmenden bietet die ZVE die Möglichkeit, sich einen Überblick über ihren Tagesablauf zu verschaffen und einmal ganz genau festzuhalten: „Wo bleibt die Zeit?”. Als Dankeschön gibt es eine Geldprämie von 15 Euro je Haushalt sowie zusätzlich 20 Euro je Haushaltsmitglied ab zehn Jahren. So ergibt sich zum Beispiel bei einem Haushalt mit vier teilnehmenden Personen (alle jeweils über zehn Jahre alt) eine Geldprämie von insgesamt 95 Euro.

Teilnahme per App möglich – vollständigen Tagesablauf festhalten

Die ZVE liefert Erkenntnisse darüber, wie viel Zeit die Menschen in Deutschland für verschiedene Lebensbereiche verwenden. Kernstück der ZVE ist das Tagebuch. Darin halten alle teilnehmenden Haushaltsmitglieder ab zehn Jahren drei Tage lang ihre vollständigen Tagesabläufe fest – von Arbeit oder Schule über Hobbies, Mediennutzung, Wegezeiten mit Auto, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß bis hin zum Einkaufen, zur Kinderbetreuung und zu ehrenamtlichen Tätigkeiten. Zudem beantworten die Teilnehmenden einige Fragen zum Haushalt, zur Person und zum persönlichen Zeitempfinden. Das Zeitfenster für die drei Tagebuchtage wird den Teilnehmenden zugelost.

Bei der ZVE 2022 ist es zum ersten Mal möglich, per App an einer amtlichen Haushaltsbefragung teilzunehmen. Die App kann sowohl auf dem Smartphone oder Tablet als auch am PC oder Laptop über den Browser genutzt werden. Die Teilnahme über einen Papierfragebogen ist auf Wunsch ebenfalls möglich.

Einzigartige Informationsquelle zum Thema „Care-Arbeit”

Die ZVE ist die einzige amtliche Datenquelle, aus der beispielsweise Informationen zum Umfang der „Care-Arbeit”, also der unbezahlten Arbeit wie Kinderbetreuung, Hausarbeit, Ehrenamt oder die Pflege von Angehörigen hervorgehen. Somit macht die ZVE den Umfang unbezahlter Arbeit sichtbar wie keine andere Erhebung.

Auf Basis der Daten aus der ZVE wird beispielsweise der „Gender Care Gap” als Indikator für die Gleichstellung von Frauen und Männern berechnet. Aus den Daten der letzten ZVE von 2012/13 geht hervor, dass Frauen gut 50% mehr Zeit für unbezahlte Care-Arbeit verwendeten als Männer.

Aber auch Informationen über die Dauer von Bildungs- oder Freizeitaktivitäten sowie zum Medienkonsum werden erhoben. Somit bieten die ZVE-Daten ein umfassendes Bild über die durchschnittliche Zeitverwendung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

Vertraulichkeit gesichert

Wie bei allen Erhebungen der amtlichen Statistik sind der Datenschutz und die Geheimhaltung umfassen gewährleistet. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und ausschließlich für statistische Zwecke verwendet.

Weitere Informationen und Kontakt


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