Lebenshilfe Lüneburg-Harburg: Gedenken an Renate Börner – Mitbegründerin der Lebenshilfe vor Ort
Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Niedersächsischen Verdienstordens – mit knapp 90 Jahren starb kürzlich Renate Börner. „Über mehr als drei Jahrzehnte hat sie die Lebenshilfe Lüneburg e.V. geprägt, aufgebaut und mit unverwechselbarer Handschrift gestaltet“, so der Nachruf der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. Ihre Geschichte zeigt, wie Initiative und Engagement einzelner große Wirkung haben können.
Mitteilung von: Lebenshilfe Lüneburg-Harburg – Am: 18.02.2026
Online: https://www.lhlh.org/ – Foto: Carlo Eggeling. Renate Börner, 2024.
Nachruf auf Renate Börner: Wegbereiterin der Lebenshilfe in Lüneburg
„Mit großer Betroffenheit und Trauer nehmen wir Abschied von unserer langjährigen Vorsitzenden und späteren Ehrenvorsitzenden Renate Börner. Über mehr als drei Jahrzehnte hat sie die Lebenshilfe Lüneburg e.V. geprägt, aufgebaut und mit unverwechselbarer Handschrift gestaltet“, so beginnt der Nachruf der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg.
Die 90-Jährige (*28.03.1936 – †11.02.2026) war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Niedersächsischen Verdienstordens. 32 Jahre stand sie als 1. Vorsitzende an der Spitze des Vereins Lebenshilfe Lüneburg, zuletzt als Ehrenvorsitzende. 27 Jahre wirkte sie mit im Verwaltungsrat der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH. Ihre Geschichte zeigt, wie große Wirkung Initiative und Einsatz einzelner haben können.
„Was wollen Sie denn mit diesem Kind hier?“ – Anstoß für jahrelanges Engagement
Ihr Engagement hatte einen persönlichen Grund. Anfang der 1960er Jahre erlitt ihr Sohn eine schwere Hirnschädigung. „Es gab nichts, keine Hilfe“, erinnerte sich Börner 2025.* Ausgrenzung war damals Alltag. „Was wollen Sie denn mit diesem Kind hier?“ – Dieser Satz einer Lehrerin wurde für sie zum Schlüsselmoment – und brachte sie direkt zum Handeln. Gemeinsam mit anderen engagierten Müttern organisierte Renate Börner erste schulische Angebote in privaten Räumen. Mit anderen gründete sie einen Förderverein für eine heilpädagogische Tagesstätte – und daraus entwickelte sich eine kraftvolle Bürgerbewegung: Die Lebenshilfe vor Ort.
Organisation und Angebote der Lebenshilfe mit aufgebaut und gestaltet
Was heute als selbstverständlich gilt, war damals umkämpft: Schulpflicht für Kinder mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung, Frühförderung, differenzierte Wohnangebote, individuelle Assistenz. Mit Beharrlichkeit, Mut und strategischem Geschick setzte Börner Veränderungen durch. Sie gewann Unterstützerinnen und Unterstützer aus Politik und Verwaltung und überzeugte die Öffentlichkeit.
Während ihrer Amtszeit entstanden zukunftsweisende Projekte: Sie war treibende Kraft bei der Gründung des Betreuungsvereins Lüneburg und trug bei zur Gründung der Lüneburger Assistenz e.V. für selbstbestimmtes Wohnen. Das Wohnhaus der Lebenshilfe in der Von-Dassel-Straße wurde gegen Widerstände innerhalb der Stadtverwaltung realisiert – durch ihr beharrliches Engagement. Sie kümmerte sich um das Wohnangebot in der Rabensteinstraße und die Montage III für ältere Werkstattbeschäftigte.
„Ehrendes Andenken“
Renate Börner hat die Lebenshilfe in Lüneburg mit aufgebaut und nachhaltig geprägt. Sie hat Strukturen geschaffen, die Bestand haben. „Generationen von Familien verdanken ihr konkrete Unterstützung, verlässliche Perspektiven und gesellschaftliche Anerkennung. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren“, so der abschließende Satz des Nachrufs.
- Lebenshilfe Lüneburg-Harburg: Verein und Stiftung
*Lebenshilfe Lüneburg e.V. und Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH: lena. Das Magazin der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. 01/2025, S. 12 (PDF-Datei)
In dem Bericht von Carlo Eggeling blickt Renate Börner auf die Anfänge der Lebenshilfe in der Region zurück.
Hintergrund: Lebenshilfe Lüneburg-Harburg in Zahlen
2024 feierte die Lebenshilfe in Lüneburg ihr 60-jähriges Bestehen. Aus der Initiative einer Mutter – von Renate Börner – hat sich ein Verein und eine gemeinnützige GmbH mit vielseitigem Engagement und vielen Beteiligten entwickelt.

Grafik: Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, Screenshot 02/2026. „Lebenshilfe in Zahlen“ – https://www.lhlh.org/lebenshilfe-allgemein
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Renate Börner, Hans Thon und Bernd Beiersdorf haben die Idee zu einer Werkstatt für Behinderte aus den Niederlanden aufgegriffen. Nach meinem Kenntnisstand war die Lüneburger Werkstatt die erste in Deutschland.
Wirklich ein gutes Beispiel dafür, dass wenige engagierte Leute in der Lage sein können, etwas gänzlich Neues zu schaffen.