Foto: Internatsgymnasium Marienau. Am 25. Februar 2026 diskutierte Ibrahim Arslan mit den Jugendlichen über Erfahrungen mit Ausgrenzung und Rassismus.

Schule Marienau: Zeitzeugen-Gespräch setzt Zeichen gegen Rassismus

Das Internatsgymnasium Marienau im Landkreis Lüneburg ist „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Im Rahmen dieses Engagements war am 25. Februar 2026 dort Ibrahim Arslan zu Gast. Mit sieben Jahren hatte er schwer verletzt den Brandanschlag 1992 in Mölln überlebt, bei dem drei Angehörige seiner Familie zu Tode kamen. Diskriminierung klar zu benennen, Zivilcourage zu zeigen und für andere einzustehen – so seine Forderungen an dem Abend.


Mitteilung von: Schule Marienau – Am: 27.02.2026
Online: https://www.marienau.com/ – Foto: Schule Marienau.


Zeitzeugen-Gespräch am Internatsgymnasium Marienau:
Zeichen setzen gegen Rassismus

Foto: Schule Marienau. Am 25. Februar 2026 diskutierte Ibrahim Arslan mit den Jugendlichen über Erfahrungen mit Ausgrenzung und Rassismus.

Die Schule Marienau liegt etwa eine Autostunde südöstlich von Hamburg bei Dahlenburg im Landkreis Lüneburg. Als Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verpflichtet sich die Schule, Diskriminierung aktiv entgegenzutreten und demokratische Werte nachhaltig zu stärken.

Zu Gast: Ibrahim Arslan, Überlebender des Brandanschlags von Mölln

Ein eindrucksvoller Abend am 25. Februar 2026 setzte dafür ein deutliches Zeichen: Zu Gast waren Ibrahim Arslan und Yasmina Alaoui. Ibrahim Arslan ist Überlebender des Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992. Bei dem rassistisch motivierten Attentat kamen drei Angehörige seiner Familie ums Leben. Yasmina Alaoui ist Marienauer Altschülerin. Als Patin des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ begleitete sie den Abend.

„Schweigen macht krank“: Füreinander einstehen

In seinem Vortrag berichtete Arslan eindringlich von den traumatischen Erfahrungen bei dem Anschlag und ihren langfristigen Folgen. Er sprach über strukturellen und alltäglichen Rassismus und machte deutlich, wie wichtig es sei, Diskriminierung klar zu benennen. „Schweigen macht krank“, betonte er und forderte dazu auf, Zivilcourage zu zeigen und für andere einzustehen.

Ein bewegender Moment war Arslans Hinweis auf über 200 Solidaritätsbriefe aus der Bevölkerung, die seine Familie nach dem Anschlag nie erhielt. Erst Jahrzehnte später wurden diese Dokumente öffentlich bekannt und aktuell aufgegriffen im preisgekrönten Film „Die Möllner Briefe“.

Persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung angesprochen

Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 anhand des Films „Der zweite Anschlag“ mit der Thematik beschäftigt. An diesem Abend setzten sie sich vertieft mit den Perspektiven der Betroffenen auseinander. Gemeinsam mit Yasmina Alaoui diskutierten sie über persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie schulische Bildungsarbeit zur Sensibilisierung der Gesellschaft beitragen kann. Begegnung, Dialog und das bewusste Erinnern an die Opfer rassistischer Gewalt sind dabei zentrale Elemente.

Hintergrund: Rechtsextremer Brandanschlag in Mölln im Jahr 1992

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 töteten zwei Rechtsextremisten bei zwei Brandanschlägen in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln aus rassistischen Motiven drei Menschen und verletzten neun weitere zum Teil schwer. Einer der beiden Täter meldete die Brände anonym der Polizei und beendete seine Anrufe jeweils mit den Worten „Heil Hitler!“. Die Täter, die der Skinhead-Szene zugeordnet werden, wurden wenige Tage nach der Tat festgenommen. Mit den Brandanschlägen von Mölln erreichte die rechtsextreme Gewalt in Deutschland eine neue Stufe: Es waren die ersten rassistisch motivierten Anschläge im wiedervereinten Deutschland, bei denen Menschen starben. Der damals siebenjährige Ibrahim Arslan überlebt schwer verletzt.

Foto: Schule Marienau. Ibrahim Arslan, Überlebender des Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992, und Yasmina Alaoui, Patin für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, führten die Marienauer Schülerinnen und Schüler durch den Abend.

Foto: Schule Marienau. Ibrahim Arslan, Überlebender des Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992, und Yasmina Alaoui, Patin für Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, führten die Marienauer Schülerinnen und Schüler durch den Abend.

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