Mieten-Notstand und Leerstände: Einwohnerantrag der Linken – Forderungen der Initiative WohnWende Lüneburg
Wohnungen in Lüneburg sind knapp, Wohnraum ist teuer. Der Kreisverband Die Linke Lüneburg fordert in einem Einwohnerantrag, konkrete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die Initative WohnWende verlangt, endlich gegen die über 300 Wohn-Leerstände in der Innenstadt und illegale Ferienwohnungen vorzugehen.
Mitteilung von: Die Linke Lüneburg / Initiative WohnWende Lüneburg – Am: 15./17.04.2026
Online: https://www.dielinke-lueneburg.de/ – Foto: Die Linke Lüneburg.
I. Die Linke: Mieten-Notstand in Lüneburg anerkennen – Stadt und Rat sollen Maßnahmenpaket erarbeiten
Foto: Kreisverband Die Linke Lüneburg. Kreisvorsitzende Hanna Schützer und OB-Kandidat Thorben Peters mit ihrem Einwohnerantrag, April 2026.
Die Lage auf dem Lüneburger Wohnungsmarkt ist extrem angespannt. Es fehlen rund 800 Wohnungen, die Mieten steigen weiter. Für viele Menschen wird Wohnen zunehmend zur existenziellen Belastung. Der Kreisverband Die Linke Lüneburg hat daher einen Einwohnerantrag eingereicht. Darin fordert die Linke den Rat der Hansestadt auf, den Mietennotstand in Lüneburg anzuerkennen und konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Bevölkerung zu erarbeiten.
OB-Kandidat: Wohnen wird für viele unbezahlbar – Handeln gefragt
„Wir sehen in Lüneburg eine Entwicklung, in der Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar wird. Gleichzeitig wird vorhandener Wohnraum nicht konsequent geschützt. Es reicht nicht mehr, das Problem zu beschreiben, wir müssen endlich handeln“, erklärt Thorben Peters, Oberbürgermeisterkandidat der Linken Lüneburg.
Unterschriftensammlung für Maßnahmenpaket
Ziel des Antrags ist ein umfassendes Maßnahmenpaket. So soll unter anderem ein verbindliches Leerstandsregister angelegt werden mit Meldepflicht für leerstehende Wohnungen und Sanktionen, die Sozialbindungen im Wohnungsbau sollen besser gesichert und eine zentrale Beschwerdestelle Wohnen eingerichtet werden.
„Unser Ziel ist ein Maßnahmenkatalog, der dem Wohnungsnotstand endlich gerecht wird und dem Thema auch im Wahlkampf das Gewicht gibt, das es braucht“, sagt Hanna Schützer, Kreisvorsitzende der Linken Lüneburg. Bis zur Wahl will die Linke mindesten 2300 Unterschriften sammeln: Um den Antrag zu unterstützen und die Bedeutung des Themas sichtbar zu machen.
Kontakt und mehr zum Thema
Wer sich dem Einwohnerantrag anschließen möchte, kann unterschreiben im Parteibüro der Linken Lüneburg, Reichenbachstraße 2, und an allen Wahlkampfständen.
- Die Linke Lüneburg: https://www.dielinke-lueneburg.de – Aktiventreffen und Termine
- Hansestadt Lüneburg: Aktualisierter Mietspiegel und Mietpreisrechner
- Lüne-Blog: Preisbereinigtes Einkommen: Landkreis Lüneburg auf Platz 345 von 400 in Deutschland – 10.01.2025
In Deutschland lebt es sich mancherorts billig, andernorts deutlich teurer. Wenn man Lebenshaltungskosten, also die Kosten für Ernährung, Wohnen, Kleidung, Mobilität mit dem Einkommen abgleicht, erhält man das so genannte preisbereinigte Einkommen. Der Landkreis Lüneburg rangiert hier deutlich am unteren Ende der Skala: Auf Platz 345 von 400 Landkreisen in Deutschland. Das bedeutet eine hohe Armutsquote. - Landesamt für Statistik Niedersachsen: Durchschnittliche Nettokaltmiete in Niedersachsen lag 2022 bei 6,56 Euro pro Quadratmeter, die höchste mit 10,75 € pro Quadratmeter auf der Insel Langeoog – 15.08.2024
II. Initiative WohnWende: Wohnungen schaffen, wo heute Leerstand ist
6027 Personen wohnten 2019 in der Lüneburger Altstadt. heute sind es noch 5630 (31.12.2025) – das ist ein Verlust von ca. 400 Personen in sechs Jahren. Überall leere Fenster: Gemeint sind damit nicht leere Schaufenster im Erdgeschoss, sondern unbewohnte Wohnungen im Obergeschoss. Schätzungsweise über 300 Wohn-Leerstände gibt es in der Innenstadt – die meisten davon dauerhaft. Und das, obwohl sehr viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind.
Leerstand und Zweckentfremdung in Lüneburg aktiv angehen
Die Initiative WohnWende Lüneburg möchte, dass Leerstand und weitere Zweckentfremdung in Lüneburg endlich ernsthaft angegangen werden. Statt Neubauten am Stadtrand können so Wohnungen im Bestand geschaffen werden. Damit wird die Innenstadt wieder belebt, viele Menschen werden mit Wohnraum versorgt – statt dass sich immer neue Baugebiete immer weiter ins Umland ausbreiten. Den Bau einer Wohnung in einem Neubaugebiet zu ermöglichen, kostet die Hansestadt Lüneburg etwa 50.000 €. Mit diesem Geld könnte man auch Personalstellen schaffen, um ernsthaft gegen Wohnungsleerstand und illegale Ferienwohnungen vorzugehen.
Statt allein im Ein-Familien-Haus: Wohnraum teilen
Potenzial sieht die Gruppe auch im Konzept der Wohnraumteilung. 1956 betrug der durchschnittliche Wohnraum pro Person 18,4 Quadratmeter. 2024 sind es durchschnittlich 49,2 Quadratmeter pro Person. Gerade viele ältere Menschen bewohnen irgendwann ein ganzes Haus mit nur 1-2 Personen. Gleichzeitig fühlen sich viele ältere Menschen einsam.
Das Wohnraumbüro Lüneburg berät bereits über Förder- und Gestaltungsmöglichkeiten. Andere Kommunen bieten weitere Möglichkeiten, von denen Lüneburg lernen könnte – zum Beispiel Anreize zur Wohnraum-Verkleinerung bei der Münchner Wohnen oder zur Wohnraumteilung in Karlsruhe.
Information und Kontakt: WohnWende Lüneburg
WohnWende Lüneburg ist eine Initiative, die sich für eine sozial-ökologische Wohnraumpolitik in unserer Stadt einsetzt. Ziele sind dabei eine Verminderung von Leerstand und weiterer Zweckentfremdung und eine soziale Wohnraumpolitik statt neuer Wohngebiete am Stadtrand. Die Initiative gehört zum Zukunftsrat Lüneburg e.V.
- WohnWende Lüneburg: https://zukunftsrat-lueneburg.de/projekte/wohnwende-lueneburg/
Mehr bei Lüne-Blog
- Reiner Netwall: Wem gehört die Stadt? – Aufruf zum Handeln – Teil II – 22.03.2026
Aus Renditegründen werden Wohnungen und Häuser in der Altstadt zu Ferienwohnungen. Damit fallen sie als Mietwohnungen weg. Die Mieten steigen und Einkommensschwächere werden aus der Stadt verdrängt. Gleichzeitig stehen eine Menge Häuser und Wohnungen leer. In seiner Analyse nennt Reiner Netwall, Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V. (ALA), wichtige Schritte für Politik und Verwaltung, um Lüneburg als Lebens- und Wohnraum zu sichern. - Reiner Netwall: Tourismusziel – oder Wohn- und Lebensraum? Für wen ist Lüneburg da? – Teil I – 19.03.2026
Wem gehört die Stadt, fragt Reiner Netwall, Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V. (ALA), in seiner Betrachtung im Vereinsheft „Aufrisse“, Nr. 40/2025. Der Tourismus in Lüneburg feiert immer neue Rekorde – doch das bleibt nicht ohne Folgen für die Menschen, die hier leben. Was kann, was muss geschehen, damit Lüneburg eine Zukunft als Wohn- und Lebensraum behält?

Foto: Reiner Netwall. Derzeit unbewohnt: Heiligengeiststraße 4, Lüneburg, Altstadt. Auch die Etagen über vielen Geschäften in der Innenstadt stehen leer.
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Lünepedia: Altstadt Lüneburg
Der historische Stadtkern Lüneburgs hat den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Dadurch ist die Altstadt von historischen Plätzen, Backsteinkirchen und -häusern sowie von Patrizierhäusern mit Treppengiebeln geprägt. Lüneburg verfügt über 1000 Baudenkmäler. Viele der Attraktionen sind im Stadtzentrum nah beieinander und fußläufig erreichbar.
Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/
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