Blauzungen-Krankheit in Niedersachsen: Landkreis Harburg rät zum Impfen
Die Tierseuche ist für Menschen völlig ungefährlich, aber Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen können an der Blauzungen-Krankheit erkranken. Aufgrund des Ansteckungsrisikos rät das Veterinäramt im Landkreis Harburg Tierhaltenden dazu, empfängliche Tiere zu impfen beziehungsweise die Impfung rechtzeitig auffrischen zu lassen. Handelseinschränkungen gibt es derzeit in einer Zone von 150 Kilometern um den Ausbruchsbetrieb im Landkreis Göttingen. Betroffen sind Teile der Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg.
Mitteilung von: Landkreis Harburg – Am: 22.07.2026
Online: https://www.landkreis-harburg.de/ – Foto: Symbolbild, Schafe. Willfried Wende, Pixabay.
Blauzungenkrankheit: Einschränkungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg – Landkreis Harburg rät zur Impfung
Am 17. Juli 2026 wurde das Virus in einem Rinderbestand in Niedersachsen (im Landkreis Göttingen) nachgewiesen. Nun gelten für weite Teile Niedersachsens Handelsbeschränkungen. Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit (BTV) völlig ungefährlich. Doch besonders Wiederkäuer – Rinder, Schafe, Ziegen, Lamas, Alpakas – können an der anzeigepflichtigen Tierseuche erkranken.
Nach EU-Vorgaben muss um den Ausbruchsbetrieb eine Zone mit einem Radius von 150 Kilometern eingerichtet werden, in der der Handel eingeschränkt ist. Empfängliche Tiere dürfen die Zone nur mit einer Tierhaltererklärung verlassen, um das Virus nicht weiterzutragen. Betroffen sind die Landkreise Göttingen, Braunschweig, Celle, Gifhorn, Goslar, Hameln-Pyrmont, Helmstedt, Hildesheim, Holzminden, Northeim, Peine, Salzgitter, Schaumburg, Wolfenbüttel, Wolfsburg, die Region Hannover und die Stadt Hannover sowie Teile der Landkreise Diepholz, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Nienburg, Osnabrück, Uelzen und Verden.
Landkreis Harburg rät zur Impfung von Tieren
Der Landkreis Harburg ist von dieser Restriktionszone nicht betroffen. Aufgrund des Ansteckungsrisikos rät das Veterinäramt der Kreisverwaltung Tierhaltende jedoch dazu, empfängliche Tiere in ihren Beständen zu impfen beziehungsweise die Impfung rechtzeitig auffrischen zu lassen.
„Eine Impfung bietet den wirksamsten Schutz vor schweren Symptomen und somit vor Tierleid, Tierverlusten und wirtschaftlichen Einbußen“, sagt Thorsten Völker, Leiter des Veterinäramtes. „Augenblicklich sind Impfstoffe flächendeckend aber nicht verfügbar. Wir raten Tierhaltenden darum zu einem regelmäßigen Austausch mit den betreuenden Tierärzten, um zu klären, ob und wann Impfstoff zur Verfügung steht. Die Tierärzte können auch beraten, durch welche zusätzlichen Maßnahmen, zum Beispiel zur Gnitzenabwehr, das Ansteckungsrisiko zumindest reduziert werden kann“.
Hintergrund: Die Blauzungenkrankheit (BTV)
Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Anfällig sind insbesondere Wiederkäuer, für Menschen ist die Krankheit völlig ungefährlich, ebenso der Verzehr von Fleisch und Milch. Die BTV wird von Mücken übertragen. Deshalb tritt sie in vielen Gebieten der Welt saisonal auf.
Klinische Symptome sind massive Ödeme und Blutungen mit Fieber und Entzündungen bis hin zur Ulzera der Schleimhäute. Typisch und namengebend für die Krankheit ist die übermäßige Durchblutung und Schwellung der Zunge, die dicke blaue Zunge. Häufig kommt es zu Trächtigkeitsstörungen mit Aborten und Missbildungen. Die typischen klinischen Symptome sind nur beim Schaf anzutreffen, andere befallene Wiederkäuer zeigen meist keine Symptome.
Mehr Information
- Landkreis Harburg: Blauzungenkrankheit
- Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES): Blauzungenkrankheit
- Friedrich-Loeffler-Institut: Tierseuchengeschehen – Blauzungenkrankheit (BT)
Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
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