Wohnungsschlüssel. Foto: Photo Mix, Pixabay.

Zu wenig Wohnraum im Landkreis Lüneburg: FREIE WÄHLER fordern schnellere Sanierung und Neubau

Bestehende Gebäude schnell wieder nutzbar machen und generell den Wohnungsbau beschleunigen – das fordert die Kreisvereinigung FREIE WÄHLER im Landkreis Lüneburg. Die Wählergemeinschaft sieht darin einen wichtigen Baustein, um dem Wohnungsmangel abzuhelfen und den Wohnungsmarkt zu entlasten. 


Mitteilung von: Kreisvereinigung FREIE WÄHLER Landkreis Lüneburg – Am: 22.07.2026
Online: https://ni.freiewaehler.eu/ – Foto: Haustür mit Schlüssel, Symbolbild, Pixabay.


I. Wohnungsmangel im Landkreis Lüneburg: FREIE WÄHLER fordern schnelleren Neubau und mehr Sanierung

Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels im Landkreis Lüneburg sprechen sich die FREIEN WÄHLER für einen konsequenten Abbau bürokratischer Hürden, für mehr Neubau und die Sanierung bestehender Gebäude aus. Man müsse den Wohnungsbau beschleunigen und bestehende Gebäude schneller wieder nutzbar machen, fordert der Vorsitzende der FREIEN WÄHLER Landkreis Lüneburg, Heiko Kotzbau. Das sei ein wichtiger Baustein zur Entlastung des Wohnungsmarktes. 

Dazu gehören Maßnahmen wie:
• Baukosten senken und wirtschaftliches Bauen ermöglichen.
• Bürokratie abbauen und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen.
• Baugebiete schneller ausweisen sowie Bauplätze zügig erschließen und vergeben.
• Attraktive Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten schaffen.
• Kommunen, Genossenschaften und private Investoren einbinden.
• Sanierung und Reaktivierung bestehender Gebäude erleichtern.
• Genehmigungen für Sanierungen und Umnutzungen vereinfachen.
• Förderprogramme für Modernisierung ausbauen.
• Eigentümer beraten.
• Umnutzung leerstehender Gebäude erleichtern.

FREIE WÄHLER: Erheblicher Wohnungsbedarf im Landkreis Lüneburg

Der Mangel an Wohnraum sei erheblich, der Handlungsbedarf groß, so Kotzbau. Gleichzeitig weist der Zensus 2022 rund 1.540 Wohnungen im Landkreis und 670 in der Hansestadt aus, die bereits ein Jahr oder länger leer stehen (1).

„Wohnungsbau und die Sanierung des Gebäudebestands sind Investitionen in die Zukunft unserer Städte und Gemeinden. Wer Wohnraum schafft, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die kommunalen Finanzen und die Attraktivität des gesamten Landkreises Lüneburg“, erklärt Kotzbau. Abschließend appellieren die FREIEN WÄHLER an Bund, Land und Kommunen, die Voraussetzungen für mehr Wohnungsbau deutlich zu verbessern. Eine Vergesellschaftung von Wohnraum lehnt die Kreisvereinigung hingegen ab. Das sei nicht der richtige Weg, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sondern rechtlich komplex und schaffe kurzfristig keine einzige neue Wohnung.

Mehr Information und Kontakt

II. Wohnungsnachfrage in Hansestadt und Landkreis

Landkreis – Regionales Raumordnungsprogramm: Bedarf an Wohnraum verändert sich

Am 19. März 2026 beschloss der Kreistag das Regionale Raumordnungsprogramm RROP 2025. Darin finden sich auch Hochrechnungen und Vorgaben zu Wohnen und Siedlungsentwicklung. Denn die Nachfrage nach Wohnraum unterliegt einer Entwicklung und ist abhängig von den Bevölkerungszahlen: „Zur Deckung des Nachholbedarfs und des zusätzlichen Bedarfs, der sich aus der weiteren Entwicklung der Haushaltszahlen ergibt, müssten laut Prognose der NBank 2021 im Landkreis von 2017 bis 2025 jährlich durchschnittlich 671 Wohnungen fertiggestellt werden. Aufgrund der sich dann zunehmend stabilisierenden und langfristig leicht abnehmenden Haushaltszahlen sinkt der Neubaubedarf danach deutlich ab, im Zeitraum zwischen 2026 und 2033 zunächst auf knapp 253 und bis 2040 auf 43 Wohneinheiten pro Jahr.“

Die Folge: „Die Deckung des Wohnraumbedarfs ist damit vor allem eine kurz- bis mittelfristige Herausforderung. Daher sollte die konkrete Bedarfssituation genau beobachtet werden, zumal die Nachfrageentwicklung räumlich sehr unterschiedlich verteilt ist. Bei einer zu umfangreichen Neuausweisung von Bauland besteht die Gefahr, langfristig Leerstände insbesondere in älteren, aufwendig zu sanierenden oder nicht mehr nachfragegerechten Beständen in den Ortskernen sowie sinkende Preise des Wohneigentums zu provozieren.“ (S. 58)

Hansestadt Lüneburg: Wohnungsmarkt bleibt angespannt

In der Hansestadt Lüneburg untersuchten das ISEK, das integrierte Stadtentwicklungskonzept, und das GEWOS-Konzept des Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH den Wohnbedarf. Ergebnis: Der Lüneburger Wohnungsmarkt ist und bleibt angespannt. Hier gibt es ca. 39.000 Wohnungen. Zuletzt überstieg die Wohnungsnachfrage das Angebot um ca. 800 Wohnungen. Bis zum Jahr 2040 wird für die Hansestadt insgesamt ein Bedarf von ca. 3.500 neuen Wohnungen prognostiziert. Etwa 1.900 Wohnungen können voraussichtlich durch Innenentwicklung bzw. schon in Planung oder Umsetzung befindliche Baugebiete geschaffen werden.

Mehr bei Lüne-Blog

  • Lüne-Blog: Reiner Netwall: Wem gehört die Stadt? – Aufruf zum Handeln – Teil II – 22.03.2026
    Aus Renditegründen werden Wohnungen und Häuser in der Altstadt zu Ferienwohnungen. Damit fallen sie als Mietwohnungen weg. Die Mieten steigen und Einkommensschwächere werden aus der Stadt verdrängt. Gleichzeitig stehen viele Häuser und Wohnungen leer. In seiner Analyse nennt Reiner Netwall, Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V. (ALA), wichtige Schritte für Politik und Verwaltung, um Lüneburg als Lebens- und Wohnraum zu sichern. 
  • Lüne-Blog: Wohnwende Lüneburg: Dunkle Fenster – Stadtrundgang zu Leerständen – 01.07.2026
    Zu einem Stadtrundgang ungewöhnlicher Art hatte die Initiative WohnWende am 25. Juni 2026 in Lüneburg eingeladen. Auf einer Runde von etwa drei Kilometern gab es eine ganze Reihe von leerstehenden Wohnungen, ja, sogar Häusern zu sehen – und das in einer Stadt, wo Wohnraum knapp und teuer ist. Die Initiative schlägt gezielte Maßnahmen vor, damit solche Wohnungen wieder genutzt werden.

(1) Landesamt für Statistik: Zensus 2022 in Niedersachsen – Tabellen
 
Foto: Reiner Netwall. Derzeit unbewohnt: Heiligengeiststraße 4, Lüneburg, Altstadt.

Foto: Reiner Netwall. Derzeit unbewohnt: Heiligengeiststraße 4, Lüneburg, Altstadt.

Foto: Lüne-Blog. Lüneburg: In idyllischer Lage, aber anscheinend unbewohnt: Fährsteg 2 und 3 am Ufer der Ilmenau.

Foto: Lüne-Blog. Lüneburg: In idyllischer Lage, aber derzeit anscheinend unbewohnt: Fährsteg 2 und 3 am Ufer der Ilmenau.

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