Geplanter Fahrradstraßenring Lüneburg. Karte: OpenStreetMap Contributors.

AStA Lüneburg: Sieben Forderungen für den Verkehr in Lüneburg

Schnell und sicher per Rad unterwegs sein, barrierefreien Busverkehr auch in den Randzeiten und in die Region, zeitnahe Bahnreaktivierung, autofreie Stadt und ein klimaneutrales Lüneburg bis 2030 – das fordert der AStA der Universität Lüneburg in einer aktuellen Stellungnahme. Dabei haben sie auch die Landtagswahl im Blick.


Mitteilung von: AStA Lüneburg
Am: 19.09.2022
Online: https://www.asta-lueneburg.de
Grafik: Geplanter Fahrradstraßenring Lüneburg. Karte: OpenStreetMap Contributors.


AStA Lüneburg: Studentische Forderungen zur Mobilität in Lüneburg

Bis 2030 soll Lüneburg klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss im Verkehrsbereich sehr viel getan werden.

Seit Jahren stagniert der Ausstoß an Treibhausgasen, wie die aktuelle Treibhausgasbilanz Lüneburgs zeigt. Um die Emissionen zu senken, muss nach den Empfehlungen der Expert*innen der Lüneburger THG-Bilanz der Autoverkehr drastisch reduziert und ÖPNV, Rad- und Fußverkehr massiv gestärkt werden.

Studierende: Verkehr in Lüneburg muss nachhaltig werden

Die studentische Vertretung im Mobilitätsausschuss Johanna Büchele meint: “Von solchen strukturellen Änderungen ist Lüneburg jedoch noch weit entfernt. Deshalb haben wir Studierenden eine Liste mit sieben Forderungen aufgestellt, die uns einer nachhaltigen Mobilität der Zukunft näherbringen sollen.”

Auch AStA-Sprecher:in Max Dietrich stellt sich hinter dieses Anliegen: “Wir als Studierendenschaft wollen mit den Forderungen einen breiten Diskurs in der gesamten Stadtgesellschaft fördern, gerade auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl.”

Auf dem Weg zur Klimaneutralität 2030: 7 studentische Forderungen zur zukünfti­gen Mobilität in Lüneburg

1. Schnell und sicher mit dem Rad in der ganzen Stadt

Wir wünschen uns eine Stadt, in der Radfahrende schnell, sicher und ohne Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern an ihr Ziel kommen. Viele Gefahrensituationen lassen sich zum einen durch abgetrennte, ausreichend breite Radwege verhindern. Besonders wichtig sind aber auch Radschönrouten abseits der Hauptstraßen, wo Radfahren in Naturumge­bung sowie schnelles Vorankommen durch wegfallende Ampeln möglich ist.

Wir fordern ein flächendeckendes Radverkehrsnetz (bestehend aus Radschönrouten, Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Radwegen und kombinierten Bus-/Radspuren) durch die gesamte Stadt und zu den umliegenden Ortschaften.

2. ÖPNV für alle – Barrierefreier ÖPNV

Lebenswerte Städte sind für uns Städte, die alle Menschen einschließen. Barrierefreiheit ist dort eine Selbstverständlichkeit. Auch das Personenbeförderungsgesetz sieht das vor und setzte für Januar 2022 die Frist zum barrierefreien Ausbau aller Haltestellen.

Doch bis wir in Lüneburg dieses Ziel erreichen, dauert es bei aktueller Ausbaugeschwindigkeit noch über 27 Jahre! Selbst unsere Kinder könnten in dieser Zeit schon mit ihrem Studium fertig sein. Muss ernsthaft noch eine ganze Generation warten, bis überall in Lüneburg eine bar­rierefreie Fahrt möglich ist?

3. Verlässliches Stadtradsystem

Mit dem Stadtrad haben wir ein gutes, öffentliches Radsystem. An manchen Stellen man­gelt es jedoch noch. So sind besonders abends keine Räder mehr an Stationen vorhanden oder die letzten verbliebenen kaputt.

Wir wünschen uns mehr Stationen in, aber auch au­ßerhalb der Stadt, in angrenzende Ortschaften, sodass auch Menschen, die nicht in der Innenstadt leben, das Stadtrad nutzen können. Zukünftig soll das Stadtradsystem voraus­schauender aus der vergangenen Nachfrage lernen, sodass Räder, wenn nötig, vor Ort sind und das Stadtrad ein verlässlicher Begleiter wird.

4. Bus verbindet – auch nachts, an Sonn- & Feiertagen und über die Stadtgrenze hin­aus

Wer an einem Sonntagabend wieder nach Lüneburg kommt, weiß, dass nach 20 Uhr mit regulären Bussen keine Weiterfahrt möglich ist. Sammeltaxis kosten selbst auf Kurzstre­cken vom Bahnhof zur Innenstadt einige Euro. Generell sind benachbarte Orte, wie Kirchgellersen oder Scharnebeck, am Wochenende mit Linienbussen schwerer zu errei­chen.

Wir fordern einen Ausweitung der Busfahrzeiten bis 22 Uhr, dichtere Takte (mind. Stundentakte, besser Halbstundentakte) sowie günstigere Preise bei Rufbussen/Sammel­taxis.

5. Mit der Bahn zur Uni – Schnelle Reaktivierung der Zugstrecke nach Amelinghausen / Soltau

Wir begrüßen, dass sich Kommunalpolitik und -verwaltung um eine Reaktivierung bemü­hen. Diese muss nun schnell kommen.

Die Reaktivierung bedeutet nicht nur für alle mit dem Zug pendelnden Studierenden (ca. 40 % aller Studis) einen schnellen Weg zur Uni, son­dern könnte weitere Wohnorte wie Amelinghausen attraktiv werden lassen und den ange­spannten Wohnungsmarkt entlasten.

6. Autofreie (Innen-)Stadt

Verkehrslärm und Abgase gehören für uns nicht in die Stadt. Eine attraktive Zukunftsstadt hat Lebensraum statt Parkraum.

Durch Komprimierung von Parkflächen in Parkhäusern entsteht z. B. Platz für Grünes, Raum für Kunst und neue Orte der Begegnung und zum Feiern. In Lüneburg können solche Orte z. B. durch einen verkehrsfreien Marienplatz (Be­hindertenparkplätze ausgenommen!) oder eine Netzunterbrechung in der Scharnhorststr. für den Kfz-Verkehr – ausgenommen Busse – entstehen.

Die Netzunterbrechung würde nicht nur eine jahrelange Forderung der Studierendenschaft, die Querungen bei Blücher- und Gneisenaustr. sicherer zu machen, erfüllen, sondern könnte dort zudem einen attrakti­ven Quartiersplatz ermöglichen.

7. Ein klimaneutrales Lüneburg 2030

Bis 2030 soll Lüneburg klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss im Ver­kehrsbereich sehr viel getan werden. Die aktuellste Treibhausgasbilanz Lüneburgs zeigt: Seit Jahren stagnieren die Emissionen des Verkehrssektors.

Ohne eine Verminderung des Autoverkehrs wird es zu keiner Verbesserung kommen. Lüneburg braucht endlich einen Zeitplan mit Maßnahmen, die mit konkreten THG-Einsparungszielen verbunden sind. Ihre Einhaltung soll jährlich überprüft werden und bei Verfehlung Back-up-Maßnahmen in Kraft treten.

Klimapolitik braucht und fordert die Verkehrspolitik. Unsere Stadt soll für alle erreichbar sein; der Vorrang muss hier aber viel deutlicher Fuß, Rad und ÖPNV gelassen werden – auch zulasten des PKW-Verkehrs.

LünepediaLünepedia: Verkehrswende

Bei der Verkehrswende geht es darum, eine Umstellung der Mobilitätsnutzungsformen weg von motorisiertem Individualverkehr, hin zu nachhaltigeren Verkehrsformen (dem so genannten Umweltverbund, also insbesondere öffentlicher Personenverkehr, Fahrräder und Fußverkehr) voranzutreiben. Dies ist ein globaler Prozess, der sich auch auf der Ebene der Kommune abspielt. In Lüneburg gibt es einige Akteur*innen, die eine Verkehrswende befördern wollen.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Verkehrswende


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