Foto: Uwe Schlüter. Gewitterwolken und eine Schafherde auf dem Deich, nahe der Fährverbindung in Amt Neuhaus.

Elbbrücke Darchau: Landkreis plant weiter – BI „Nein zur Brücke“ weist auf Hürden hin

Am 25. Juni 2026 beschloss der Kreistag des Landkreises Lüneburg, die Planungen für die Elbbrücke Darchau weiterzuführen und die Baureife für die geplante Brücke anzustreben. Wie die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ hinweist, stehen dem jedoch beträchtliche Hindernisse im Weg. Dazu gehören die Klagen der Gemeinde Neu Darchau, des BUND und nun auch des Landkreises Lüchow-Dannenberg.


Mitteilung von: Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ – Am: 02.07.2026
Online: https://keine-bruecke.de/ – Foto: Uwe Schlüter.


Brücke Darchau: Landkreis plant weiter – nun klagt auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg

Foto: Uwe Schlüter. Gewitterwolken und eine Schafherde auf dem Deich, nahe der Fährverbindung in Amt Neuhaus.

Die Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“ sieht sich durch die jüngsten Ereignisse in ihrer Kritik am Planfeststellungsbeschluss für den Bau einer Elbbrücke bei Neu Darchau bestätigt. Am 25. Juni 2026 beschloss der Kreistag des Landkreises Lüneburg, die entsprechenden Finanzmittel für die Planung bereitzustellen und die Baureife für die geplante Brücke anzustreben.

Nach Auffassung der Bürgerinitiative steht die Entscheidung in deutlichem Widerspruch zur außergewöhnlich angespannten Haushaltslage der beteiligten Landkreise. Die beiden Landkreis Lüchow-Dannenberg und Lüneburg verweisen seit geraumer Zeit selbst auf ihre erheblichen strukturellen Finanzprobleme. Gleichzeitig sollen weitere Mittel für ein Infrastrukturvorhaben bereitgestellt werden, bei dem die Gesamtfinanzierung nicht gesichert ist und der Planfeststellungsbeschluss gerichtlich angegriffen wird. Nach der Gemeinde Neu Darchau und dem BUND hat jetzt auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg Klage eingereicht.

1,5 Millionen Euro für Brückenplanung statt Schwimmbad-Sanierung?

Besonders kritisch bewertet die Bürgerinitiative, dass nach ihrer Kenntnis Mittel von rund 1,5 Millionen Euro, die ursprünglich für die Sanierung eines Lehrschwimmbades eines Schulzentrums im Landkreis Lüneburg vorgesehen waren, nun für weitere Planungsschritte des Brückenprojektes eingesetzt werden sollen. Sollte sich dies bestätigen, wäre dies aus Sicht der Initiative ein deutliches Signal, dass die Finanzierung des Vorhabens zunehmend zulasten von Bildung, Sport, sozialer Infrastruktur und kommunaler Daseinsvorsorge erfolgt. Genau diese Umverteilung der Finanzmittel hat die BI seit Jahren energisch kritisiert.

Rechtliche Unklarheiten, von Klagen betroffene Themen

Kritisch sieht die Bürgerinitiative auch die angekündigte Fortführung der Maßnahmen zur Herstellung der Baureife, insbesondere die Durchführung von Baugrund-Untersuchungen. Aus Sicht der BI bestehen erhebliche rechtliche Unklarheiten in Bezug auf die Vollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses. Zudem sind zentrale Fragen von Klagen betroffen, so der tatsächliche infrastrukturelle Bedarf, die langfristige Finanzierbarkeit des Vorhabens, die Berücksichtigung leistungsfähiger Fährkonzepte und die Auswirkungen auf die unmittelbar betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde Neu Darchau und des Ortsteils Katemin.

Bürgerinitiative wird Klagen bestmöglich unterstützen

„Seit Jahren wird behauptet, dieses Projekt liege im überwiegenden öffentlichen Interesse. Gleichzeitig werden immer neue finanzielle Risiken sichtbar. Bestehende und funktionierende Lösungen, wie die in der Durchführung stehenden Niedrigwasserfährkonzepte, werden kaum in einen ergebnisoffenen Vergleich einbezogen. Wenn gleichzeitig Mittel für Bildung und soziale Infrastruktur unter Druck geraten, stellt sich zwangsläufig die Frage nach den politischen Prioritäten“, so Thomas Böhlen, Vorstandssprecher der Bürgerinitiative.

Die Initiative kündigt an, die Klagen der Gemeinde Darchau und des Landkreises Lüchow-Dannenberg aufmerksam zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen. Selbstverständlich, so Böhlen, werde die Initiative auch die über den BUND eingereichte Klage vorantreiben.

Mehr Information und Kontakt

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Foto: Uwe Schlüter. Aus der Elbe aus gebaggertes Sediment. Niedrigwasserstände bei Darchau waren nicht ursächlich für den länger andauernden Fährausfall. Wegen einer Sandbank auf der Strecke von Lauenburg konnte die Fähre nicht nach Neu Darchau gebracht werden. Zwischenzeitlich wurden in der Zufahrt zum Darchauer Fähranleger einige Tausend Kubikmeter Sand aus der Elbe gebaggert.

Foto: Uwe Schlüter. Aus der Elbe aus gebaggertes Sediment. Niedrigwasserstände bei Darchau waren nicht ursächlich für den länger andauernden Fährausfall im Jahr 2025. Wegen einer Sandbank auf der Strecke von Lauenburg konnte die Fähre nicht nach Neu Darchau gebracht werden. Zwischenzeitlich wurden in der Zufahrt zum Darchauer Fähranleger einige Tausend Kubikmeter Sand aus der Elbe gebaggert.

Lünepedia: Elbbrücke Neu Darchau

Seit der Rückgliederung 1993 zu Niedersachsen und zum Landkreis Lüneburg wird über den Bau einer Brücke über die Elbe in Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) diskutiert. Bislang verbinden einzig Fähren Amt Neuhaus mit dem übrigen Landkreis Lüneburg. Die Gemeinde Amt Neuhaus setzt sich seit Jahren für eine Elbbrücke ein, während die Einwohner*innen der Gemeinde Neu Darchau überwiegend gegen den geplanten Bau sind. Besonders auf Neu Darchauer Seite werden unter anderem mehr Verkehr und Umweltschäden befürchtet.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Amt_Neuhaus#Elbbrücke_Neu_Darchau

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