Gewerkschaft NGG: Ein Einkommensmillionär pro 990 Beschäftigte im Landkreis – Steuerlast gerecht verteilen
Gerechte Steuern mahnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Lüneburg bei der Bundesregierung an. Derzeit trage eine breite Mehrheit die Hauptlast mit Lohn- und Mehrwertsteuer. Das Kapitaleinkommen wird deutlich niedriger versteuert. Die Regierung solle „bei Steuern, Rente, Gesundheit & Co. die Kluft zwischen Arm und Reich überwinden und nicht noch größer machen“, so Steffen Lübbert, Geschäftsführer der NGG Lüneburg.
Mitteilung von: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Lüneburg – Am: 23.04.2026
Online: https://lueneburg.ngg.net/ – Grafik: Gewerkschaft NGG. Euromünze. Symbolbild.
NGG Lüneburg: „Reformpaket darf Menschen, die arbeiten, nicht noch weiter abhängen“
Starke Schultern im Kreis Lüneburg: Auf 990 Beschäftigte kommt 1 Einkommensmillionär
Im Landkreis Lüneburg haben 63.400 Menschen einen Job – sie arbeiten im Handwerk, in der Industrie und in der Dienstleistung, um ihr Geld zu verdienen. Gleichzeitig gibt es 64 Einkommensmillionäre. Damit kommen im Landkreis Lüneburg 990 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Kreis hingewiesen. Die NGG Lüneburg beruft sich dabei auf Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen und der Arbeitsagentur.
Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern
„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Kreis Lüneburg aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Steffen Lübbert. Der Geschäftsführer der NGG Lüneburg warnt dabei „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Kreis“. Die Gesellschaft gerate immer mehr aus den Fugen.
Viele Menschen in finanziell schwierigen Situationen
„Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite gibt es wenige, die diese Sorgen nicht kennen und problemlos ein paar Euro abgeben könnten. Das ist nicht nur ungerecht, das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“, sagt Steffen Lübbert.
Appell an Regierung: Sozialen Kurs halten – Steuerbelastung gerecht verteilen
Der Gewerkschafter appelliert jetzt an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Landkreis Lüneburg und der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Steffen Lübbert: „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“ Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen.
Auf keinen Fall dürfe Arbeit stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden von Aktien oder Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren. Denn dafür falle meistens pauschal nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien das A und O der Reformen, die der Bund jetzt anschieben müsse. „Ein Durchschnittspaar zahlt immerhin 43 Prozent Steuern und Abgaben“, sagt Lübbert. Das müsse Schwarz-Rot jetzt ändern.
Starke Schultern müssten mehr tragen
Die heimischen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD müssten jetzt dafür sorgen, dass „die anstehenden Reformen der Bundesregierung bei Steuern, Rente, Gesundheit & Co. die Kluft zwischen Arm und Reich überwinden und nicht noch größer machen“. Dabei dürften eine Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz keine Tabus sein. Starke Schultern müssten endlich auch mehr tragen. Außerdem fordert die NGG Lüneburg Schwarz-Rot auf, „den Mut zu haben, das Ehegattensplitting abzuschaffen“. Es mache Jobs für Frauen oft unattraktiv und fördere damit überkommene Rollenbilder.
- Kontakt: region.lueneburg@ngg.net – Telefon 04131 421 460
- Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Lüneburg: https://lueneburg.ngg.net/
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Wegen hoher Mieten müssen viele Menschen heute ein Drittel bis sogar die Hälfte ihres Einkommens für die Miete ausgeben und haben entsprechend weniger zum Leben. Viele hätten Anspruch auf Wohngeld oder Grundsicherung, aber beantragen dies nicht. „Ziel sollte sein, dass Sozialleistungen bei einem Anspruch automatisiert ausgezahlt werden“, fordert VdK-Präsidentin Verena Bentele.
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