Fotos: Landkreis Lüneburg. Bundesverdienstkreuz für Erika Tipke und Ulrich Ostermann, Februar 2026.

Ehrungen im Landkreis: Bundesverdienstkreuz für Erika Tipke und Ulrich Ostermann

Das Bundesverdienstkreuz würdigt als höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland besondere Verdienste um das Gemeinwohl. Im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte Landrat Jens Böther im Februar 2026 die Ehrung an Erika Tipke für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement und an Ulrich Ostermann für seinen Einsatz für nachhaltiges Wassermanagement.


Mitteilung von: Landkreis Lüneburg – Am: 19.02.2026 
Online: https://www.landkreis-lueneburg.de – Fotos: Landkreis Lüneburg.


Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft: Bundesverdienstkreuz für Erika Tipke

Fotos: Landkreis Lüneburg. Erika Tipke und Ulrich Ostermann erhalten im Februar 2026 das Bundesverdienst von Landrat Jens Böther.

Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde schrieb einst, die lange Liste ihrer Aktivitäten lasse einen „staunend sprachlos“ zurück: Erika Tipke steht seit Jahrzehnten ehrenamtlich in beeindruckender Weise im Dienst ihrer Mitmenschen, Landrat Jens Böther zeichnete sie dafür am 19. Februar 2026 in einer Feierstunde im Sitzungssaal der Kreisverwaltung mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Engagiert in der Kirchengemeinde

Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist die Kirche ein zentraler Ort ihres Wirkens – als lebendige Gemeinschaft. Über 50 Jahre singt Erika Tipke in der Johanniskantorei Lüneburg, gestaltete seither Gottesdienste, Konzerte und Oratorien mit. Doch ihr Engagement reicht weit darüber hinaus: In der Kirchengemeinde Bleckede und im Kirchenkreis Lüneburg übernahm sie Verantwortung in leitenden Gremien, war 18 Jahre Beauftragte für die Frauenarbeit, wirkt bis heute im Ausschuss für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit und engagiert sich in ökumenischen und bildungsbezogenen Projekten. Sie organisiert Friedensgebete, versieht Besuchsdienste und sorgt mit dafür, dass die St.-Jacobi-Kirche als offener Ort erfahrbar bleibt.

… und bei sozialen Projekten

Über Jahrzehnte koordinierte sie die Rumänienhilfe der Kirchengemeinde. Hilfstransporte mit Kleidung, Medikamenten und Lebensmitteln wurden vorbereitet, begleitet und persönlich betreut. In einem Kinderheim in Cincu erhielt sie den liebevollen Namen „Erika Ballone“ – weil sie stets bunte Luftballons mitbrachte. „Ein Bild, das ihr Wirken treffend beschreibt: Hilfe, die Herz und Würde erreicht“, so Landrat Jens Böther in seiner Laudatio. In Bleckede ist sie tragende Kraft der Lebensmittelausgabe „Immersatt“. Mehrmals wöchentlich organisiert sie die Versorgung Bedürftiger, begleitet Geflüchtete zu Behörden, fährt Menschen zu Ärzten und unterstützt pragmatisch und unbürokratisch.

Engagement für Erinnerungskultur, Kultur und Umwelt

Erika Tipke setzt zudem starke Zeichen für die Erinnerungskultur. Sie initiierte den „Tag der Juden“ und organisiert mit der Arbeitsgemeinschaft „Juden in Bleckede“ die Gedenkfeier am 9. November im Schlossgarten. Schülerinnen und Schüler werden bewusst einbezogen, damit Geschichte lebendig bleibt.

Auch Kultur und Umwelt liegen ihr am Herzen. Im Freundeskreis „Literatur in der Region“ führt sie das Engagement ihres verstorbenen Mannes fort, organisiert Lesungen und war viele Jahre als Lesepatin tätig. Seit den 1980er Jahren prägt sie zudem die kirchliche Elbe-Bewegung, organisiert Elbekirchentage und bringt Umweltfragen bis in landeskirchliche und bundesweite Foren ein.

Bereits Auszeichnung durch Eintrag im Ehrenbuch

Das Bundesverdienstkreuz ist nicht die erste Auszeichnung für dieses außergewöhnliche Wirken. Bereits im Jahr 2000 wurde Erika Tipke vom Landkreis Lüneburg für ihren Einsatz für Kirche und Umwelt in das Ehrenbuch eingetragen – die höchste Auszeichnung, die der Landkreis selbst vergibt. 2014 würdigte der Landkreis sie erneut beim Tag der Ehrenamtlichen. Schon damals blickte sie auf eine beeindruckend lange Ehrenamtsbiografie zurück. Nun wurde ihr eine weitere, staatliche Ehrung zuteil: das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

„Regenmacher der Region“ – Ulrich Ostermann erhält Bundesverdienstkreuz

Für seine Verdienste um das Wassermanagement im Landkreis Lüneburg hat Landrat Jens Böther das Bundesverdienstkreuz an Ulrich Ostermann verliehen. Die Ehrung erfolgte am 19. Februar 2026 im Rahmen der Kreisversammlung des Bauernverbands Nordostniedersachsen in Dahlenburg. Dort referierte Ostermann als Gast über Wassermanagement-Konzepte und Projekte im Raum Lüneburg-Uelzen.

Jahrelanges Wirken gewürdigt

In seiner Ansprache würdigte Landrat Böther das jahrzehntelange Wirken Ostermanns in der Region. Dessen Interesse an der Wasserwirtschaft habe sich spätestens in den 1980er Jahren mit Beginn des Bauingenieurstudiums an der damaligen Fachhochschule Nordostniedersachsen in Suderburg gezeigt. Von 2006 bis 2024 führte Ostermann die Geschäfte des Kreisverbands der Wasser- und Bodenverbände in Uelzen und war darüber hinaus in zahlreichen Gremien und Arbeitskreisen auf Landes- und Bundesebene rund um das Thema Wasser aktiv.

Wassernutzung durch die Landwirtschaft als Schwerpunkt

„Ohne Sie wären wir im Landkreis Lüneburg und im Nachbarlandkreis Uelzen in Sachen Wassernutzung durch die Landwirtschaft – Stichwort Feldberegnung – sicher nicht da, wo wir aktuell stehen“, so Böther. „Sie haben Weitsicht bewiesen und sich ausgiebig mit dem Wassermanagement in unserer Region beschäftigt: Wie es gelingen kann, mit künstlicher Bewässerung auf trockenen Sandböden gute Ernten einzufahren. In der Kommunikation mit allen Akteuren haben Sie immer Maßstäbe gesetzt und alle eingebunden. Auch das hat dazu geführt, dass es wirklich niemanden – weder Wassernutzer, noch Naturschützer oder Behörden – in der Region gibt, der Ihre Expertise in Abrede stellt.“

Vortrag: Wasserbedarf lässt sich nicht aus Grundwasser decken

So erläuterte Ostermann in seinem Vortrag bei der Versammlung, dass der steigende Wassermehrbedarf nicht aus dem Grundwasser gedeckt werden könne. Deshalb brauche man verschiedene Maßnahmen. Maßnahmen, wie z. B. Wasserrückhalt, Speicherbecken, Drainagesteuerung müssen weiter vorangetrieben werden. Ostermann nahm die Anwesenden mit auf eine Reise durch ein gutes Dutzend bereits realisierter bzw. in Planung befindlicher Projekte rund um das Thema Wasser in der Region Nordostniedersachsen. All diese Projekte hat Ulrich Ostermann in seinem Berufsleben erdacht, realisiert oder zumindest mit vorangetrieben.(1)

Verdienstkreuz am Bande verliehen

Neben seinem unermüdlichen Einsatz für das Wassermanagement, für das ihn der SPIEGEL schon im Jahr 2011 als „Regenmacher der Region“ bezeichnet hatte, war Ulrich Ostermann die Förderung des Ingenieur-Nachwuchses im Bereich der Wasserwirtschaft stets ein großes Anliegen. Für beides überreichte ihm Landrat Jens Böther im Auftrag des Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland nebst Verleihungsurkunde.

Hintergrund: Verdienstkreuz am Bande

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland – besser bekannt als Bundesverdienstkreuz – würdigt als höchste Auszeichnung besondere Verdienste um das Gemeinwohl. Jährlich erhalten etwa 1.700 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland das Verdienstkreuz für ihre politischen, wirtschaftlich-sozialen oder geistigen Leistungen. Der Bundespräsident kann den Landrat beauftragen, die feierliche Übergabe der Auszeichnung zu übernehmen.

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Foto: Hansestadt Lüneburg. Für die Wilhelm-Raabe-Schule nahm der stellvertretende Schulleiter André Choi (2. v. r.) die Broschüre zum Lüneburger Engagement-Plan in leichter Sprache entgegen. Mit ihm freuen sich (v. l.): Britta Habenicht (Ehrenamtskoordinatorin der Lebenshilfe Lüneburg Harburg), Sophie Westphal (Jugendforum Lüneburg), Christine Donner (Leitung der Freiwilligenagentur Lüneburg des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Lüneburg), Max Süling (Jugendforum Lüneburg) und Kathrin Wolter (Koordinierungsstelle Ehrenamt der Hansestadt Lüneburg).

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