Fahrradunfall. Foto: Stephan Wusowski, Pixabay.

Polizei: Verkehrsunfallstatistik im Landkreis Lüneburg für 2025 – Tendenz steigend

Knapp 4500 Verkehrsunfälle gab es 2025 im Landkreis Lüneburg, das sind fast 5 Prozent mehr Unfälle als im Vorjahr. Rund 900 Menschen wurden 2025 im Landkreis verletzt, 10 Menschen – 7 mehr als im Vorjahr – starben. Eine hohe Zahl an Opfern und viel Leid. Die Polizei bemüht sich weiter um Prävention und Verkehrskontrollen.


Mitteilung von: Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen – Am: 14.04.2026
Online: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/59488/6255089 – Foto: Fahrradunfall. Symbolbild, Pixabay.


Unfallstatistik 2025: Deutlicher Anstieg bei den Unfallzahlen im Landkreis Lüneburg im Vergleich zum Vorjahr

Nach dem Corona-Tief 2020/21 nähern sich die Werte wieder an die Zeit vor der Pandemie an: 8621 Verkehrsunfälle gab es 2025 im Bereich der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, das sind 2,7 Prozent mehr als 2024 mit 8392 Unfällen. Über die Hälfte dieser Unfälle ereignete sich im Landkreis Lüneburg. Hier gab es 4.435 Unfälle und einen Anstieg von 4,5 Prozent. Der einzige Landkreis mit einem leichten Rückgang um 0,3 Prozent ist Uelzen.

Großes Manko: Die Statistik weist die Hansestadt Lüneburg nicht separat aus. Die Unfalldaten im Stadtbereich gehen in der Gesamtzahl für den Landkreis Lüneburg auf. Sehr viel hilfreicher und aussagekräftiger wäre es, wenn die Daten für Stadt und ländliche Gemeinden getrennt ausgewiesen würden. Nur dann lassen sich gezielt Maßnahmen zur Verkehrsplanung und ‑steuerung treffen – und Leid und Tod verhindern.

Schwere und tödliche Unfälle

Im gesamten Bereich der Polizeiinspektion gab es 15 Todesopfer, der zweitniedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Aber: Im Landkreis Lüneburg stieg die Zahl der Verkehrstoten von 3 auf 10, sieben Tote mehr. Ein positiver Langzeittrend bei schweren Unfällen erkennbar im Bereich der Polizeiinspektion zeigt sich auch bei der Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten: Gegenüber dem Höchstwert von 238 im Jahr 2018 sank sie auf 190 Schwerverletzte im Jahr 2025. Im Landkreis Lüneburg blieb die Zahl der Schwerverletzten in den Jahren 2024 und 2025 unverändert bei 103.

Radverkehr, Pedelec und E-Scooter: Teils deutliche Zunahme

Leider liegen für den Radverkehr nur Daten für den gesamten Bereich der Polizeiinspektion vor. Hier stieg die Unfallzahl unter Beteiligung von Radfahrenden leicht an – von 442 auf 447 Unfälle. Allerdings wurden 43 Radfahrende, 8 mehr als im Vorjahr, dabei schwer verletzt und 2 Radfahrende kamen ums Leben. 2024 war es keiner.

Ein Viertel mehr Unfälle gab es mit Pedelec-Fahrenden: Die Zahl stieg auf 230 Unfälle, 24,3 Prozent mehr. 20 von ihnen wurden schwer verletzt. Die Unfälle mit E-Scootern verdoppelten sich fast von 59 auf 107 Unfälle. Die Zahl der Leichtverletzten stiegen von 37 auf 69. Der polizeiliche Maßnahmenplan 2026 nennt den Radverkehr ausdrücklich als Kontrollschwerpunkt – sowohl was Fremdverschulden gegenüber Radfahrenden als auch eigenes Fehlverhalten betrifft.

Fußverkehr: Mehr Unfälle, mehr Verletzte

Die Unfallzahlen für den Fußverkehr nahmen 2025 deutlich zu von 120 auf 131, ein Plus von 9,2 Prozent. Bemerkenswert ist die Verschiebung der Verletzungsschwere: Die Zahl der Schwerverletzten ging leicht zurück von 18 auf 14, die Zahl der Leichtverletzten stieg von 78 auf 88. 2 Fußgänger kamen 2025 ums Leben, gegenüber keinem im Vorjahr.

Rund 1900 Unfälle mit Älteren

Ältere Menschen sind deutlich betroffen von Unfällen. Insgesamt waren 1887 Ältere ab 65 Jahren 2025 an Unfällen beteiligt. 2024 waren es 1781, also rund 100 weniger. 5 der insgesamt 15 Getöteten waren über 75 Jahre alt — bei null im Vorjahr. Das ist der auffälligste Einzelbefund der gesamten Statistik. Die PI hat das offensichtlich auch so wahrgenommen: Seniorenbeteiligung wird explizit als Überwachungsschwerpunkt für 2026 formuliert.

Weitere Auffälligkeiten: Beteiligung Älterer, Wildunfälle, Unfallflucht, Schulwegunfälle

  • Wildunfälle dominieren das ländliche Bild: Im Landkreis Lüneburg machten sie mit 878 Fällen 19,8 Prozent aller Unfälle aus. Im Amt Neuhaus liegt dieser Anteil bei bemerkenswerten 54,4 Prozent.
  • Unfallfluchten nahmen erneut zu auf 2.034 Fälle im gesamten Bereich und damit bei fast jedem vierten Unfall. Die Aufklärungsquote liegt bei 45 Prozent, bei Unfällen mit Personenschaden bei 55 Prozent.
  • Schulwegunfälle stiegen im Landkreis Lüneburg stark an: von 19 auf 29, ein Plus von 53 Prozent. Angesichts der Schulgröße dürfte ein erheblicher Teil davon auf die Hansestadt entfallen.
  • Hauptunfallursachen: Im Gesamtbereich der Polizeiinspektion liegen Vorfahrtsverstöße mit 618 Fällen deutlich vorn. Dann folgen Abstandsverstöße (512), überhöhte Geschwindigkeit mit einer Zunahme um knapp 20 Prozent im Vergleich zu 2024 (2024: 225 Fälle, 2025: 269 Fälle) und Abbiegefehler (255).

Statistik bietet Überblick, aber keine Entscheidungshilfe: Getrennte Darstellung für die Hansestadt erforderlich

Städtisches und ländliches Unfallgeschehen ist strukturell verschieden. Im städtischen Bereich sind deutlich mehr Menschen zu Fuß, per Rad und auf dem Schulweg unterwegs, Knotenpunkte werden stärker frequentiert. Doch die jährliche Statistik der Polizei informiert nicht über die Unfallzahlen in Lüneburg selbst, sondern kombiniert die Ergebnisse von städtischem und ländlichem Bereich. Das Ergebnis hat einen gewissen Informationswert. Es bietet aber keine Grundlage für eine Analyse der Unfälle und entsprechende Gegenmaßnahmen.

Die Hansestadt Lüneburg mit 75.000 Einwohnenden und städtischem Unfallgeschehen sollte daher separat ausgewiesen werden — analog zu Amt Neuhaus, das trotz seiner 4.600 Einwohner eine eigene Tabelle erhält. Damit ließen sich städtische und ländliche Unfallmuster endlich sauber trennen und die kommunale Verkehrspolitik könnte evidenzbasierte Entscheidungen treffen. 

Innenministerium Niedersachsen: Die Unfalluhr 2025 in Niedersachsen

Alle 2,5 Minuten nahm die Polizei einen Verkehrsunfall auf
alle 13 Minuten verunglückte eine Person im Straßenverkehr
alle 51 Minuten kam eine mit dem Fahrrad fahrende Person zu Schaden
alle 83 Minuten verunglückte eine Person im Alter zwischen 18 und 24 Jahren
alle 84 Minuten verunglückte ein älterer Mensch ab 65 Jahren
jeden Tag kam mindestens ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben.

Mehr bei Lüne-Blog

  • Polizeiinspektion Lüneburg: Unfallstatistik 2024 insgesamt und im Landkreis – 09.04.2025
    Über 4000 Verkehrsunfälle gab es 2024 allein im Landkreis Lüneburg mit insgesamt rund 800 Verletzten. Eine hohe Zahl an Opfern und viel Leid, mit dem wir uns nicht abfinden sollten. Immerhin: Im Vergleich zum deutlichen Anstieg nach den Coronajahren ist 2024 ein Rückgang zu verzeichnen. Die Polizei bemüht sich weiter um Prävention und Verkehrskontrollen.
Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg. Verkehrsunfallstatistik 2025 für den Landkreis Lüneburg.

Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg. Verkehrsunfallstatistik 2025 für den Landkreis Lüneburg.

Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg. Verkehrsunfallstatistik 2025 im Gesamtbereich der Polizeiinspektion im 10-Jahres-Verlauf. Der Landkreis Lüneburg zeigt - im Vergleich zu den anderen Bereichen - eine Negativ-Entwicklung.Grafik: Polizeiinspektion Lüneburg. Verkehrsunfallstatistik 2025 im Gesamtbereich der Polizeiinspektion im 10-Jahres-Verlauf. Im Landkreis Lüneburg gibt es die meisten Unfälle, die Zunahme ist deutlich.

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