Museum Lüneburg. Foto: Hajotthu, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41795749

Tage jüdischer Kultur: Film und Gespräch mit Bela Winkens am 7. September 2022

Die Schauspielerin Bela Winkens hat es als jüdisches Kind quer durch Deutschland verschlagen – bis zur Befreiung aus Theresienstadt. Am Mittwoch, 7. September 2022, wird ihr Filmporträt im Museum Lüneburg vorgeführt, anschließend steht sie für ein Gespräch bereit. Die Veranstaltung der VVN-BdA Kreisvereinigung Lüneburg ist Teil der Reihe “Tage der jüdischen Kultur” vom 3.-11. September 2022 in Lüneburg.


Mitteilung von: VVN-BdA Lüneburg
Am: 04.09.2022
Online: https://vvn-bda-lueneburg.de/
Foto: Museum Lüneburg. Foto: Hajotthu, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41795749


“Ich bin an der Erinnerung unheilbar krank”

Film-Portrait und Gespräch mit der jüdischen Schauspielerin und Holocaust-Überlebenden Bela Winkens

Mittwoch, 7. September 2022, 19:00 Uhr – Museum Lüneburg, Eingang Wandrahmstraße
Eine Veranstaltung der VVN-BdA Kreisvereinigung Lüneburg im Rahmen der „Tage der jüdischen Kultur“, Lüneburg

Bela Winkens war eines der Kinder, die im Sommer 1946 den Juli und August im jüdischen Kinderheim in Lüneburg-Ochtmissen verbrachten. Zu dieser Zeit war sie fünf Jahre alt.

Von Berlin ins Ruhrgebiet ins Sauerland nach Theresienstadt

Sie ist 1941 in Berlin geboren. Ihr Vater stammte aus dem Ruhrgebiet. Belas Mutter kam 1916 in Berlin zur Welt. Ihre Großeltern, mit denen zusammen die Familie in Berlin wohnte, wurden 1942 nach Auschwitz deportiert. Ebenso ihre Eltern: die Mutter im März, der Vater im August 1943. Keines dieser Mitglieder der Familie kam zurück, alle wurden nach 1945 für tot erklärt.

Unter welchen Umständen Bela dem entkam, ist bisher nicht genau bekannt. Ihre Familie hatte sie vermutlich noch rechtzeitig ins Ruhrgebiet bringen lassen, wo Verwandte wohnten. Im Juni 1943 wurde sie in einem Bochumer Kinderheim abgelegt, das am nächsten Tag Opfer eines alliierten Bombenangriffs auf eine nahegelegene Industrieanlage wurde. 65 von 100 bereits für die Evakuierung vorbereiteten Kinder verloren dabei ihr Leben. Bela kam davon und wurde in ein kleines Dorf am Rande des Sauerlands evakuiert, wo vermutlich ihre jüdische Herkunft fast ein Jahr unerkannt blieb.

1945 Befreiung – Leben mit Traumata

Im September 1944 wurde sie nach Berlin „abgemeldet“, von wo aus die Gestapo sie im November nach Theresienstadt transportieren ließ. Am 8. Mai 1945 erlebte sie dort die Befreiung.

Nicht befreit ist Bela Winkens bis heute von den Traumata aus dieser Zeit. Ihre Kindheit ist ihr nur teilweise bekannt. Darüber, über die Folgen und ihren Umgang damit, sprechen wir mit der Schauspielerin nach der Vorführung des WDR-Films von 1990 „Ich bin an der Erinnerung unheilbar krank“.

Mehr Information und Kontakt

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Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) ist ein 1947 als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes gegründeter Verband. Er verfügt heute über zahlreiche Landes- und Kreisvereinigungen, so auch in Lüneburg.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Vereinigung_der_Verfolgten_des_Naziregimes_–_Bund_der_Antifaschistinnen_und_Antifaschisten


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