Unterkunft in Sumte. Foto: Landkreis Lüneburg.

Unterkunft in Sumte: Weiterhin wichtige Anlaufstelle für Geflüchtete

Mehr als 520 Menschen haben in Sumte in den letzten Wochen Schutz vor Krieg und Vertreibung erhalten. In der Regel ziehen die Familien nach vier bis sechs Wochen in eine eigene Unterkunft. Vor Ort werden Spenden und ehrenamtliche Helferinnen gebraucht. Am 16. Juni 2022 war der Sozialausschuss des Landkreises vor Ort, um sich ein Bild zu machen.


Mitteilung von: Landkreis Lüneburg
Am: 17.06.2022
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Foto: Landkreis Lüneburg


Unterkunft in Sumte weiterhin wichtige Anlaufstelle für Ukrainer

Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Landkreises Lüneburg am 16. Juni 2022 in Sumte

Vor zwölf Wochen trafen die ersten Familien aus der Ukraine in Sumte ein. Am Donnerstag, 16. Juni 2022, machte sich der Ausschuss für Soziales und Gesundheit des Landkreises Lüneburg ein Bild von der Notunterkunft für Geflüchtete.

Mehr als 520 Menschen haben hier bereits in den vergangenen drei Monaten Schutz vor Krieg und Vertreibung erhalten. Einige von ihnen sind selbständig weitergereist, zum Beispiel zu Freunden oder Verwandten. Andere zogen in Wohnungen im gesamten Kreisgebiet.

Die Unterkunft in Sumte bleibt weiterhin wichtig: Zurzeit leben hier ca. 140 Menschen, vor allem Frauen und Kinder. Sie werden vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreut.

Sumte als erstes Obdach für Geflüchtete

„Wir als Landkreis sind froh, Menschen aus dem Kriegsgebiet schnell und unkompliziert helfen zu können“, sagt Landrat Jens Böther. „Die Unterkunft in Sumte ist tatsächlich nur erstes Obdach. Ankommen, Ruhe finden, sich in einem neuen Land orientieren – dabei helfen unsere Sozialarbeiter und die Mitarbeiter von ASB und DRK. Das ist ein starkes Team, auf das sich die Geflüchteten und auch wir uns verlassen können.“

Mitarbeitende des Landkreises, ASB und DRK unterstützen Geflüchtete

Ukrainer, die in Sumte Obdach erhalten, werden von Mitarbeitern des Landkreises und der beiden Hilfsorganisationen empfangen und betreut. „Wir stehen für alles bereit, was die Menschen hier benötigen,“ erklären Sebastian Hahn vom ASB und Holger Pilch vom DRK, die gemeinsam die Einrichtung leiten.

Verpflegung, Kleidung, medizinische Versorgung, Unterstützung bei Behördengängen, Kinderbetreuung – die Geflüchteten mit ihren traumatischen Kriegserfahrungen sollen zur Ruhe kommen können.

„Das Wichtigste für die Ukrainerinnen und Ukrainer ist: Wir bieten ihnen Obhut und die Möglichkeit, in die Situation hineinzuwachsen. Und die abgetrennten Wohneinheiten bieten ein Stück mehr Privatsphäre als andere Sammelunterkünfte in großen Hallen, wo Menschen auf der Flucht bleiben mussten.“

Auch Ehrenamtliche vor Ort mit Spielen und Sprachkursen

Auch Ehrenamtliche engagieren sich, bieten Spiele für Kinder und Sprachkurse für alle an. Bis zu 200 Personen kann das Team zurzeit betreuen – für bis zu 700 Menschen ist in der gesamten Unterkunft Platz. „Wir hoffen, dass wir die Kapazität nicht ausschöpfen müssen“, sagt Jens Böther. „Aber niemand weiß, wie sich die Situation in der Ukraine verändert. Wir sind auf quasi jede Entwicklung bestmöglich vorbereitet.“

Nach vier bis sechs Wochen ziehen die Familien in eigene Wohnungen

Und schließlich ist Sumte eine Zwischenstation: Städte, Samt- und Einheitsgemeinden des Landkreises vermitteln Wohnraum vor Ort. Je nach Größe der Familien dauert es vier bis sechs Wochen: Wohnraum ist knapp in der Region, die Wohnungen werden vor Bezug renoviert und mit ersten Möbeln eingerichtet.

Und dann können die Ukrainer ihr Leben hier in Deutschland weiter organisieren: Sprachkurs, Kita- bzw. Schulplatz für die Kinder, Arbeitsplatz und Freizeit-Aktivitäten…

Hilfeleistungen nach Anmeldung bei der Ausländerbehörde in Lüneburg

Ukrainische Staatsbürger dürfen sich in Deutschland aufgrund der Visa-Bestimmungen grundsätzlich drei Monate wie Touristen bewegen. Um jedoch Hilfeleistungen zu erhalten – zum Beispiel Bargeld oder eine Unterkunft – müssen sie sich bei der Ausländerbehörde, Hansestadt Lüneburg, melden.

Die Räume in Sumte wurden am 19. März 2022 in einer großen Gemeinschaftsaktion von 130 Ehrenamtlichen zu einer Notunterkunft umgebaut. Schon drei Tage später zogen die ersten Kriegsflüchtlinge ein. Bis heute engagieren sich viele Menschen. Sie geben zum Beispiel Sprachkurse, betreuen Kinder oder helfen bei dem weiteren Aufbau.

Bitte um Hilfe

Helferinnen und Helfer gesucht

ASB und DRK suchen weiterhin Ehrenamtliche, die die Arbeit in Sumte unterstützen, zum Beispiel bei Spiel-Aktionen mit Kindern, Fußballtraining, Deutschkursen, Ausflügen oder einfachen handwerklichen Tätigkeiten. Interessierte melden sich am besten per E-Mail an s.hahn@asb-kv-lueneburg.de (Sebastian Hahn) oder kbl2@drk-lueneburg.de (Holger Pilch).

Spenden gesucht

Außerdem sucht die Unterkunft weiterhin Spenden, vor allem Handys, Sommerkleidung für Frauen, Jugendliche und Kinder sowie Fahrräder für jedes Alter (auch gern Flickzeug und Fahrradschläuche). Die Sammelstelle für Spenden in Sumte ist jeden Donnerstag zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet.

Online-Information für Geflüchtete aus der Ukraine

Allgemeine Informationen zur Ukraine-Hilfe im Landkreis Lüneburg finden Interessierte im Internet unter ukraine.landkreis-lueneburg.de. Dort sind auch die Ansprechpersonen in den Kommunen aufgeführt, die Wohnungs- und ehrenamtliche Hilfsangebote koordinieren.


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