Klimafreundliche Fernwärme durch Wärme aus Lüneburger Abwasser: Kooperationsvertrag unterzeichnet
„Ein Meilenstein“ für die Energiewende, so OB Claudia Kalisch: Zwei Großwärmepumpen beim Lüneburger Klärwerk sollen künftig die Wärme aus dem Abwasser für die Fernwärme nutzbar machen. Am 24. August 2026 wurde ein entsprechender Vertrag zwischen Hansestadt, AGL und Avacon Natur unterzeichnet. 2027 soll der Bau beginnen, Anfang 2030 soll die Anlage in Betrieb gehen.
Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg – Am: 25.08.2026
Online: https://www.hansestadt-lueneburg.de – Foto: Hansestadt Lüneburg.
Hansestadt, AGL und Avacon Natur unterzeichnen Kooperationsvertrag für Wärme aus Abwasser
Meilenstein für die Energiewende in Lüneburgs Fernwärme
Foto: Hansestadt Lüneburg. Über die unterzeichneten Verträge freuen sich – von links -: Matthias Boxberger (Vorstandsvorsitzender Avacon AG), Torsten Hausmann (Geschäftsführer Avacon Natur GmbH), Dr. Johannes Voges (Leiter Strategie & Unternehmensentwicklung bei der Avacon Natur GmbH), AGL-Geschäftsführer Lars Strehse und Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.
Das ist ein großer Schritt für den Klimaschutz in Lüneburg: Die Hansestadt hat am Montag, 24. August 2026, gemeinsam mit der Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH (AGL) und der Avacon Natur GmbH einen Kooperationsvertrag für Bau und Betrieb einer Anlage mit zwei Großwärmepumpen am Lüneburger Klärwerk unterzeichnet. Damit soll künftig die Wärme aus dem Abwasser für die Fernwärme genutzt werden. Den Vertragsabschluss hatte der Rat der Hansestadt am Donnerstag, 20. August 2026, beschlossen.
OB Claudia Kalisch: Meilenstein und ein Schlüsselprojekt für den Klimaschutz in Lüneburg
„Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Großwärmepumpe ist dabei ein Meilenstein und ein Schlüsselprojekt für Lüneburg“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Denn die Wärmeversorgung erfolgt heute noch überwiegend auf Basis fossiler Energieträger – und verbraucht dafür etwa die Hälfte der Gesamtenergie. Deshalb ist die Umstellung hier von zentraler Bedeutung.
Die Anlage ist beim Klärwerk Lüneburg geplant. Sie soll die Wärme des gereinigten Abwassers für das Fernwärmenetz Lüneburg Mitte nutzbar machen. Bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs des Fernwärmenetzes lassen sich damit erneuerbar decken, so aktuelle Berechnungen – ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Lüneburg.
Zwei Großwärmepumpen und die Anbindung ans Fernwärmenetz geplant
Für die Umsetzung plant Avacon Natur den Bau einer Energiezentrale mit zwei Großwärmepumpen von jeweils 5,2 Megawatt Heizleistung mit Anbindung an das Fernwärmenetz. 2027 soll der Bau beginnen, Anfang 2030 soll die Anlage in Betrieb gehen. Rund 34 Millionen Euro investiert die Avacon Natur GmbH in das Vorhaben.
„Die Wärmewende braucht innovative Lösungen, starke Partnerschaften und die intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen. Gemeinsam machen wir die im Abwasser enthaltene Wärme für die Menschen vor Ort nutzbar und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren und klimafreundlichen Wärmeversorgung vor Ort in Lüneburg“, fasst Torsten Hausmann, Geschäftsführer der Avacon Natur GmbH, die Bedeutung des Projekts zusammen.
Avacon Natur: Investitionen in Höhe von mindestens 80 Mio. Euro für die Wärmewende bis 2030
In einer Ergänzungsvereinbarung zum Fernwärme-Gestattungsvertrag zwischen Hansestadt Lüneburg und Avacon Natur aus dem Jahr 2023 hatte Avacon Natur erklärt, bis 2030 für die Wärmewende Investitionen in Höhe von mindestens 80 Mio. Euro zu tätigen. „Die Nutzung der Abwasserwärme verbindet die Ziele der kommunalen Wärmeplanung mit den Verpflichtungen der Avacon Natur GmbH“, sagt Oberbürgermeisterin Kalisch. „Sie ist ein zentraler Baustein der Transformation hin zu einer sicheren und zukunftsfähigen Wärmeversorgung in Lüneburg.“
Auch für die AGL ist der Kooperationsvertrag ein wichtiger Schritt: „Wir haben in den vergangenen Jahren – seit 2024 gemeinsam mit der Avacon Natur GmbH als Projektpartner – exakt auf den heutigen Tag hingearbeitet und freuen uns sehr darüber, jetzt gemeinsam in die Projektumsetzung starten zu können“, sagt Lars Strehse, Geschäftsführer der AGL. Auf dieser Grundlage ließen sich jetzt Modernisierung und Erweiterung der bestehenden Anlagen bis 2035/2039 planen.
- Hansestadt Lüneburg: Klimaschutz – Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2030
- Avacon Natur GmbH: https://www.avacon-natur.de
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Klimafreundliche Wärme gewinnen und Erfahrungen sammeln mit der Technik im Realbetrieb – das ist das Ziel der neuen Pilotanlage der Avavon AG in Lüneburg. Über eine Umleitung wird ein Teil des Trinkwassers an einem Wärmetauscher vorbeigeführt und die enthaltene Wärme genutzt. Eingeweiht wurde die neue Anlage im Beisein von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer und OB Claudia Kalisch. Rein rechnerisch könnte die Technologie künftig bis zu 25 Prozent des Wärmebedarfs für Fernwärme in Lüneburg decken. - Preiserhöhungen bei Fernwärme: Teilnehmen an Sammelklage der Verbraucherzentrale gegen Avacon Natur – 22.04.2026
Die Verbraucherzentrale hält die Preiserhöhungen für die Fernwärme bei Avacon Natur für rechtlich unzulässig. Kund*innen in Lüneburg können sich kostenlos an einer Sammelklage beteiligen. Bei Erfolg können sie mehrere hundert oder sogar mehr als 1000 Euro zurückerhalten. Ein Klage-Check hilft bei der Überprüfung, ob die Teilnahme möglich ist.

Foto: Avacon AG. Gemeinsam mit Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, und Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch nahm Avacon-CEO Matthias Boxberger im Juli 2026 die Anlage offiziell in Betrieb. Es ist eine der ersten Pilotanlagen in Deutschland zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser.
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Wikipedia: Avacon AG
Die Avacon AG ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Helmstedt / Niedersachsen. Der Versorgungsbereich erstreckt sich von der Nordseeküste bis Südhessen und umfasst große Teile Niedersachsens und Sachsen-Anhalts. Avacon ist Teil des E.ON-Konzerns (61,5 %), zugleich aber auch stark kommunal geprägt. Mehr als 80 Kommunen und Landkreise halten 38,5 % der Anteile an Avacon. Avacon Natur mit dem Geschäftsfeld Wärme- und Kälteversorgung, Stromerzeugung und Contracting ist eine 100%ige Tochter des Unternehmens.
Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Avacon
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