Zusammenhalt durch Zuhören: Bitte von OB Kalisch an Stadtgesellschaft

„Lassen Sie uns mit allen, die unsere demokratischen Werte teilen, gesprächsbereit bleiben.“ So die Bitte von OB Claudia Kalisch bei der Ratssitzung am 3. Februar 2022 an Ratsmitglieder und Stadtgesellschaft. Die Nerven lägen vielfach blank. “Das verschlimmern wir aber nur, wenn wir nun beginnen, nur noch in Schubladen zu denken und die Menschen kategorisch abzustempeln.“


Mitteilung von: Hansestadt Lüneburg
Am: 04.02.2022
Online (mit Video): mehr


Zusammenhalt durch Zuhören: Oberbürgermeisterin Kalisch richtet Bitte an Rat und Stadtgesellschaft

HANSESTADT LÜNEBURG. – Sie steht hinter der Umsetzung der Corona-Maßnahmen und für eine klare Kante gegen Rechts: Das machte Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch in der Ratssitzung (3. Februar 2022) deutlich.

Nach dem Bericht der Verwaltung über die aktuelle Corona-Situation richtete sie kurz das Wort an die Ratsmitglieder und die Stadtgesellschaft: „Ich sehe: Die Situation ist angespannt – die Nerven liegen vielfach blank. Das verschlimmern wir aber nur, wenn wir nun beginnen, nur noch in Schubladen zu denken und die Menschen kategorisch abzustempeln.“ Als Bitte formulierte Kalisch: „Lassen Sie uns mit allen, die unsere demokratischen Werte teilen, gesprächsbereit bleiben.“

Das ganze Statement der Oberbürgermeisterin

(online als Video: mehr)

„Liebe Ratsmitglieder, liebe Ratsvorsitzende, liebe Gäste. Ich möchte diesen Tagesordnungspunkt zum Anlass nehmen, um hier nochmal eine Bitte zu platzieren. Wir hören hier im Rat regelmäßig zu der aktuellen Situation, zu Corona. Das ist wichtig.
Und ich möchte auch berichten, dass mich täglich Zuschriften erreichen mit vielen Fragen von Menschen in dieser Stadt. Menschen, die besorgt sind. Die zum Teil verzweifelt sind. Die Dinge nicht mehr nachvollziehen können. Die verunsichert sind und vielleicht einfach auch nur Informationen brauchen.

Dabei ist es wichtig, dass wir offen reden – dass wir sagen, was richtig und wichtig ist. Und dass wir aber auch darüber sprechen: Was läuft gut und was könnte besser laufen? Und was können wir alle zusammen vielleicht auch noch besser machen?

Angespannte Situation

Und ich sehe: Die Situation ist angespannt – die Nerven liegen vielfach blank. Das verschlimmern wir aber nur, wenn wir nun beginnen, nur noch in Schubladen zu denken und die Menschen kategorisch abzustempeln und Meinungen, was ist richtig und was ist falsch. Unsere Demokratie muss gerade viel aushalten – aber das kann sie auch – vor allem, weil wir eine vielfältige Gesellschaft sind. Denn neben Schwarz und Weiß gibt es auch Meinungen dazwischen.

Kalisch: Stehe hinter Corona-Maßnahmen und klare Kante gegen Rechts

Ich stehe hinter der Umsetzung der Corona-Maßnahmen. Sie sind richtig. Ich bin geimpft und geboostert und werbe dafür, dass möglichst alle Lüneburger:innen das genauso tun. Zu ihrem Schutz und zum Schutz unserer Gesellschaft. Und ich stehe für klare Kante gegen Rechts. Neonazis haben keinen Platz in unserer Gesellschaft!

Zugleich bringt es uns nicht weiter, wenn wir Menschen, die eine andere Meinung haben, an den Rand der Gesellschaft drängen und sie dann auch noch an den rechten Rand verlieren.

Im Gespräch bleiben und Zuhören – statt Schubladendenken

Daher meine Bitte: Lassen Sie uns mit allen, die unsere demokratischen Werte teilen, gesprächsbereit bleiben. Denn manches Vor-Urteil erweist sich als genau das: ein vorschnell gefälltes Urteil. Lassen Sie uns zuhören, Informationen geben und Argumente austauschen. Gegenseitiges Anschreien und Vorwürfe helfen uns doch nicht weiter. Wir brauchen gerade jetzt – mehr denn je – den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Durch Zuhören.

Deswegen stehe ich hier mit einer Bitte, von der ich hoffe und denke, dass Sie dies auch teilen. Lassen Sie uns das gemeinsam leben und weitertragen! Für unsere Stadt – für uns alle.“

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