Foto: Initiative Erbbau Lüneburg handeln". Podium mit OB-Kandidierenden am 23. Juni 2026.

Bezahlbar wohnen: Podium mit den OB-Kandidierenden am 23. Juni 2026

Bis zu 40 Prozent des Einkommens zahlen viele Haushalte allein für die Miete. „Bezahlbares Wohnen in Lüneburg“ ist das Thema der Podiumsdiskussion am 23. Juni 2026 in Lüneburg. Die sieben OB-Kandidierenden stellen sich den Fragen von Studierenden, von Mieterbund, der Initiative Erbbau und dem Verband Wohneigentum – und erläutern, wie es unter ihnen weitergehen soll.


Mitteilung von: Initiative Bezahlbares Wohnen im Erbbau Lüneburg – Am: 05.06.2026
Online: https://ini-erbbau-lg.de/ – Grafik: Plakat (angepasst).


Podiumsdiskussion: „Bezahlbares Wohnen in Lüneburg?“ – 23. Juni 2026

Dienstag, 23. Juni 2026, 19-21 Uhr – PKL-Gesellschaftshaus, Wienebüttler Weg 1, 21339 Lüneburg

Um die drängende Frage „Bezahlbares Wohnen in Lüneburg?“ geht es am Dienstag, 23. Juni 2026, um 19 Uhr im Gesellschaftshaus der PKL Lüneburg. Gäste sind die sieben Kandidierenden, die zur Oberbürgermeisterwahl in Lüneburg antreten. Befragt werden sie bei der Podiumsdiskussion von den beteiligten Organisationen: Dem AStA der Leuphana Universität, dem Deutschen Mieterbund Lüneburg-Winsen, der Initiative Bezahlbares Wohnen im Erbbau und dem Verband Wohneigentum Niedersachsen.

Zunächst stellen die Organisationen ihre Anliegen in kurzen Statements vor. Auf Grundlage der Wahlprüfsteine wird anschließend diskutiert. Denn vorab haben die Kandidierenden die zentralen Fragen als Wahlprüfsteine erhalten. Die Antworten werden vor der Veranstaltung auf der Internetseite der Initiative Erbbau Lüneburg veröffentlicht. Es moderiert die Wissenschaftsjournalistin Dr. Marie-Luise Braun. Interessierte und Betroffene sind herzlich eingeladen.

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Zum Hintergrund: Bezahlbares Wohnen als zentrales Thema

Bezahlbares Wohnen ist für viele Kommunen bundesweit ein zunehmend dramatisches Thema. Besonders in attraktiven Lagen wie Lüneburg führen steigende Mieten, hohe Bodenrichtwerte und ein wachsender Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu Verdrängungsdynamiken (Gentrifizierung) auf dem Wohnungsmarkt. Betroffen sind in erster Linie einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen wie Familien, junge Menschen, Auszubildende und Studierende, Mieter*innen, Erbbaunehmende oder Senior*innen.

Mieten und „Bodenmiete“ teils bis zu 40 Prozent des Einkommens

Laut Mietenreport 2025 erreicht der Druck auf dem Wohnungsmarkt inzwischen auch die Mittelschicht mit Haushaltsnettoeinkommen bis 4.500 Euro – immer mehr Menschen fürchten um das Dach über ihrem Kopf. Wer zur Miete wohnt, muss bis zu 40 Prozent der finanziellen Mittel für steigende Mietkosten vorhalten. Bezahlbarer Wohnraum ist schwer zu finden.

Erbbaunehmende sind als „Bodenmietende“ exorbitant steigenden Erbbauzinsforderungen der überwiegend öffentlich-rechtlichen Erbbaugeber ausgesetzt. Die „Bodenmiete“ beträgt bis zu 1000 Euro und mehr bei Vertragserneuerungen. Grund für die Erhöhung ist der spekulationsbedingte Anstieg der Bodenrichtwerte in den vergangenen Jahren.

„Politik muss handeln“

Lebenshaltung und bezahlbarer Wohnraum werden so für viele Menschen kaum noch leistbar und Altersabsicherungen zerstört. Immer mehr Bevölkerungsgruppen werden aus ihren Wohnungen und Häusern verdrängt. Der Druck auf dem bezahlbaren Wohnungsmarkt verschärft sich dadurch weiter.

Ohnmacht, Frustration und eine wachsende Enttäuschung über Staat und Politik sind für viele die Folge, oft mit fatalen Auswirkungen an der Wahlurne. Vor diesem Hintergrund ist eine kluge, weitsichtige, sozial ausgerichtete, kommunale Stadtentwicklungs- und Wohnpolitik in Kommune, Land, Bund dringend erforderlich. Das sichert und stärkt eine vielfältige Stadtgesellschaft, Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie.

Mehr bei Lüne-Blog

  • Reiner Netwall: Wem gehört die Stadt? – Aufruf zum Handeln – Teil II – 22.03.2026
    Aus Renditegründen werden Wohnungen und Häuser in der Altstadt zu Ferienwohnungen. Damit fallen sie als Mietwohnungen weg. Die Mieten steigen und Einkommensschwächere werden aus der Stadt verdrängt. Gleichzeitig stehen eine Menge Häuser und Wohnungen leer. In seiner Analyse nennt Reiner Netwall, Vorstandsmitglied im Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V. (ALA), wichtige Schritte für Politik und Verwaltung, um Lüneburg als Lebens- und Wohnraum zu sichern. 
  • Die Linke: Mieten im Landkreis Lüneburg sind überdurchschnittlich hoch – 27.04.2024
    Die zweithöchsten Mieten in Niedersachsen gibt es im Landkreis Lüneburg mit durchschnittlich 10,71 Euro pro Quadratmeter. Höhere Quadratmeterpreise verzeichnet nur der Kreis Harburg-Land mit 11,07 Euro. In Salzgitter liegt die durchschnittliche Miete bei 6,03 Euro pro Quadratmeter. So die Bundesregierung auf eine Anfrage von Victor Perli (Die Linke).
Foto: Initiative Erbbau Lüneburg. Rund 3500 Grundstücke in Lüneburg gehören nicht den Eigentümer*innen der Häuser, die darauf stehen, sondern sind sogenannte Erbpachtgrundstücke. Der Pachtzins orientiert sich am Bodenwert - und der ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Doch bis zu 1.000 Euro monatlich an Erbbauzinsen – das können sich viele Hauseigentümer nicht zusätzlich leisten. Deshalb hier das Transparent an einem der Häuser: "Politik muss handeln".

Foto: Initiative Erbbau Lüneburg. Rund 3500 Grundstücke in Lüneburg gehören nicht den Eigentümer*innen der Häuser, die darauf stehen, sondern sind sogenannte Erbpachtgrundstücke. Der Pachtzins orientiert sich am Bodenwert – und der ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Doch bis zu 1.000 Euro monatlich an Erbbauzinsen – das können sich viele Hauseigentümer nicht zusätzlich leisten. Deshalb hier das Transparent an einem der Häuser: „Politik muss handeln.“

Lünepedia: Wohnen

Der Lüneburger Wohnungsmarkt ist angespannt und von hohen Mieten geprägt. Zudem nimmt die Bevölkerung in der Stadt und im Landkreis Lüneburg zu. Ein Grund hierfür ist die Lage Lüneburgs in der Metropolregion Hamburg. Besonders um den Oktober ist es jedes Jahr schwer, eine freie Wohnung oder ein WG-Zimmer zu finden, da in dieser Zeit viele der etwa 1400 neuen Erstsemesterstudierenden der Leuphana Universität nach Lüneburg ziehen. Das Wohnraumbüro der Hansestadt berät regelmäßig zu Fragen rund ums Wohnen.

Weiterlesen: https://www.luenepedia.de/wiki/Kategorie:Wohnen

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Ein Kommentar

  • Leider haben die Antworten und Versprechungen in solchen Diskussionen absolut keine Verbindlichkeit. Was passiert, wenn man Politikern und Parteien wirklich glaubt, sieht man gerade bei der SPD und dem Marienplatz.

    Warum sollte ich als Wähler auch nur eine Aussage eines Politikers, einer Partei für bare Münze nehmen, woher soll das Vertrauen kommen?

    Eine Verbindlichkeit für Aussagen und Wahlversprechen gesetzlich fixieren, mit entsprechenden Konsequenzen, das würde mehr Ehrlichkeit bringen und vielleicht auch wieder das Vertrauen in Politik und Politiker stärker werden lassen.

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